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Stadt Vechta geht unter die Stromerzeuger

Eine Photovoltaikanlage auf der früheren Eishalle an der Geschwister-Scholl-Oberschule soll den Anfang machen. Weitere kommunale Gebäude könnten sich zur Erzeugung regenerativer Energien anbieten.

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Gute Aussichten für die Erzeugung von Solarstrom: Auf dem Dach der früheren Eishalle an der Geschwister-Scholl-Oberschule soll eine Photovoltaikanlage entstehen. Um die Errichtung und den Betrieb kümmert sich das Wasserwerk Vechta. Foto: Speckmann

Gute Aussichten für die Erzeugung von Solarstrom: Auf dem Dach der früheren Eishalle an der Geschwister-Scholl-Oberschule soll eine Photovoltaikanlage entstehen. Um die Errichtung und den Betrieb kümmert sich das Wasserwerk Vechta. Foto: Speckmann

Auf den Dächern vieler Wohnhäuser und Unternehmen wird mit dem Sonnenlicht bares Geld verdient. In Zukunft sollen auch kommunale Gebäude zur Erzeugung regenerativer Energien dienen. Die Stadt Vechta beabsichtigt die Installation von mehreren Photovoltaikanlagen. Das 1. Projekt ist jetzt beschlossene Sache. Es soll auf der früheren Eishalle an der Geschwister-Scholl-Oberschule realisiert werden.

Der Verwaltungsausschuss hat grünes Licht für die Nutzung des städtischen Gebäudes gegeben. Nun kann sich das Wasserwerk Vechta an die Umsetzung des Vorhabens machen. Das kommunale Unternehmen soll die Photovoltaikanlage errichten und betreiben. Bei einer schnellen Lieferung der Technik könnte noch in diesem Jahr die Inbetriebnahme erfolgen, erklärt Werkleiter Benjamin Kampers.

"Wir können einen großen Teil unseres Eigenbedarfs an Strom klimaneutral abdecken und machen uns so ein Stück weit unabhängiger von den Versorgern.“Bürgermeister Kristian Kater (SPD)

"Die Nutzung von öffentlichen Gebäuden stellt einen hohen Wert dar. Wir können einen großen Teil unseres Eigenbedarfs an Strom klimaneutral abdecken und machen uns so ein Stück weit unabhängiger von den Versorgern“, erläutert Bürgermeister Kristian Kater (SPD) einen wesentlichen Vorteil. Zudem leiste die Kommune einen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele.

Welchen Nutzen die Anschaffung für den Gebäudekomplex an der Driverstraße bringt, haben Vertreter von Verwaltung und Planungsbüro in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschuss unter dem Vorsitz von Claus Dalinghaus (VCD) aufgezeigt. Die geplante Anlage verfügt über eine Leistung von 53,28 Kilowatt/Peak. Der jährliche Ertrag soll sich auf 51.500 Kilowattstunden belaufen.

In Kombination mit dem bereits bestehende Blockheizkraftwerk, welches eine Leistung von 50 Kilowatt aufbringt, könnte die Photovoltaikanlage sämtliche Gebäude an dem Standort versorgen. Aus der Heizzentrale ließe sich die komplette Oberschule, die Gebäude der benachbarten Liobaschule sowie das Schwimm- und Sportzentrum zum großen Teil mit selbst produziertem Ökostrom beliefern.

"Die Eigenversorgungsquote liegt bei etwa zwei Dritteln der jährlichen Gesamtleistung der geplanten Anlage", erklärt Kampers. Die Kommune könne den selbst erzeugten Strom direkt nutzen und damit ihre Kosten senken. Der überschüssige werde ins öffentliche Netz abgegeben, wofür der Erzeuger eine Vergütung nach dem Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien erhalte.

Anschaffung der Anlage kostet etwa 105.000 Euro

Laut Planer Horst Brunen belaufen sich die Anschaffungskosten auf etwa 105.000 Euro. Die Einsparung durch den selbst erzeugten Strom soll etwa 9,1 Prozent betragen. Das wären gut 1000 Euro pro Jahr. Durch den Ertrag hätte sich die Investition in etwa 13 Jahren amortisiert. Neben der Wirtschaftlichkeit soll es aber auch um den ökologischen Fußabdruck der Stadt Vechta gehen.

„Nach einem Jahr könnten bereits circa 17.490 Kilogramm Kohlendioxid eingespart worden sein. Dieselbe Menge könnte in etwa innerhalb eines Jahres durch 600 Bäume der Atmosphäre entzogen werden“, rechnet Kampers vor. Er sieht hier eine Vorbildfunktion. Die Kommune sollte aktiv werden, bevor sie eines Tages durch gesetzliche Vorgaben zu Einsparungen gezwungen werde.

Jedes Gebäude muss individuell betrachtet werden

Nach Auffassung des Bürgermeisters sollen die kommunalen Liegenschaften nun Schritt für Schritt dahingehend überprüft werden, ob die Installation von Photovoltaikanlagen sinnvoll ist. Pauschale Aussagen seien hier nicht möglich, wie Brunen erläutert. Jedes Gebäude müsse individuell betrachtet werden. Dabei gehe es um Fragen der Statik, des Eigenbedarfs und der Kosten.

Kampers und seine Mitarbeiter wollen sich in Zusammenarbeit mit dem städtischen Fachdienst Gebäudemanagement auf die Suche nach weiteren Dachflächen begeben. In der näheren Betrachtung befinden sich Rathaus, Martin-Luther-Schule, Christophorusschule und die im Bau befindliche Kindertagesstätte in Telbrake. Auch das geplante Verwaltungsgebäude des Wasserwerks könnte sich anbieten.

Der Betriebsausschuss hat sich einstimmig für die Vorgehensweise ausgesprochen. Auch in rechtlicher Hinsicht gibt es offenbar keine Bedenken. Nach Angaben der Verwaltung hat die Kommunalaufsicht des Landkreises Vechta bereits die Genehmigung dafür erteilt, dass das Wasserwerk die Installation und den Betrieb von Photovoltaikanlagen für die Stadt Vechta übernehmen kann.

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