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St. Marienstift stellt sich Daniela Behrens vor

Die niedersächsische Gesundheitsministerin tauschte sich mit den Zuständigen der Fachklinik in Neuenkirchen-Vörden über die gesundheitliche Lage in der Region aus.

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Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens wurde am St. Marienstift in Neuenkirchen-Vörden empfangen: (von links) Dr. Thomas W. Heinz (Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer Suchtfachkliniken), Hartmut Heinen (Erster Kreisrat des Landkreises Vechta), Ansgar Brockmann (Bürgermeister Neuenkirchen-Vörden), Guido Pott (SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag), Günter Plohr und Hermann Schütte (SPD Vörden), Besian Krasniq (SPD Bersenbrück-Gehrde). Foto: Meier

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens wurde am St. Marienstift in Neuenkirchen-Vörden empfangen: (von links) Dr. Thomas W. Heinz (Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer Suchtfachkliniken), Hartmut Heinen (Erster Kreisrat des Landkreises Vechta), Ansgar Brockmann (Bürgermeister Neuenkirchen-Vörden), Guido Pott (SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag), Günter Plohr und Hermann Schütte (SPD Vörden), Besian Krasniq (SPD Bersenbrück-Gehrde). Foto: Meier

In der Fachklinik St. Marienstift Neuenkirchen-Vörden war Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) zu Besuch und machte sich vor Ort ein Bild von der Einrichtung. Die Ministerin tauschte sich mit dem Team der Fachkliniken auch über verschiedene gesundheitspolitische Themen aus.

Dabei sei laut Mitteilung der Einrichtung vor allem die Gesundheitsversorgung in der Region zur Sprache gekommen. Man sei sich einig, dass Anfahrtszeiten von über 1 Stunde für Menschen, die psychische Hilfe brauchen, nicht zufriedenstellend seien. Weitere Themen waren der Fachkräftemangel in der Pflege, aber auch im ärztlichen Bereich. Die Fachkliniken seien mit ihrem umfassenden Leistungsspektrum ein sehr wichtiger Partner in der Krankenhausstruktur, meinte Behrens laut Mitteilung.

Der ärztliche Direktor und Geschäftsführer der Reha-Klinik, Dr. Thomas W. Heinz, stellte ihr die Angebote der Klinik vor – diese seien nach eigenen Angaben durchaus ungewöhnlich. Zu der Reha-Klinik gehören auch die Schwester-Klinik St. Vitus Visbek und die Dienstleistungsgesellschaft Curom.

Neuenkirchener Klinik ist Ansprechpartner für Opfer von Gewalt

So gebe es die niedrigschwellige Traumaambulanz, die die Fachkliniken St. Marienstift und St. Vitus in Kooperation mit dem Landkreis Vechta ins Leben gerufen haben. Sie solle Opfern von Gewalt jeder Art offenstehen, sagte Dr. Heinz. Das Angebot ist eingebunden in ein landesweites Hilfsprogramm des Traumanetzwerks Niedersachsen. Betroffene könnten sich direkt an die Einrichtung wenden und würden in Abstimmung mit dem Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend, Familie therapiert. Behandelt werden laut Dr. Heinz unter anderem Fälle von krimineller Gewalt, sexualisierter und häuslicher Gewalt sowie Unfallopfer, Opfer berufsbedingter Traumatisierungen und Zeugen einschneidender Ereignisse.

Dr. Heinz berichtete zudem über die Zusammenarbeit mit der Suchtberatung Cloppenburg sowie mit dem Krankenhaus St. Elisabeth Damme in der Qualifizierten Entzugsbehandlung. Fachärzte für Innere Medizin und speziell ausgebildete Pflegekräfte des Krankenhauses Damme unterstützen den körperlichen Entzug medikamentös. Suchtfolgeerkrankungen behandeln Fachkräfte beider Kliniken zusammen. „Allen Patienten, die die Therapie bei uns abschließen, können wir zudem eine wirksame weitere Behandlung und Begleitung vermitteln“, ergänzte Dr. Heinz.

In der Justizvollzugsanstalt Vechta wird eine Traumatherapie für Inhaftierte angeboten

Ein Thema war auch das bundesweite Modellprojekt „Traumatherapie für Inhaftierte“: Das vom Land Niedersachsen geförderte Modellprojekt findet an der Justizvollzugsanstalt (JVA) für Frauen in Vechta statt. Dabei kooperiert die JVA mit den Fachkliniken St. Marien Neuenkirchen-Vörden und St. Vitus Visbek. Dr. Heinz sieht darin einen Meilenstein: Denn vielfach seien inhaftierte Frauen und Mädchen Opfer von sexuellen und gewalttätigen Misshandlungen, bevor sie selbst zu Täterinnen würden. Bei straffälligen Frauen stünden daher häufig Traumata und in deren Folge entwickelte Suchterkrankungen sowie Persönlichkeitsstörungen im Hintergrund der Straftaten: „Es ist ein elementarer Schritt, hier anzusetzen, und die Ursachen für die Straffälligkeit und damit eine Rückfallvermeidung und Resozialisierung des Traumas anzugehen.“

Ein weiteres Angebot der Fachkliniken richte sich an die Mitarbeiter: Das sogenannte Employee Assistance Programme (EAP) sei ein Gesundheitsmanagement für die Angestellten. Es beinhalte unter anderem Beratung, Schulung sowie Diagnose- und Krisenleistungen, erläutert Dr. Heinz. „Wir möchten Unternehmen helfen, den zunehmenden Fällen von psychischen Belastungen und Erkrankungen wie zum Beispiel Burnout entgegenzuwirken.“ Das Angebot sei eine qualifizierte Ergänzung zu den jeweiligen Betriebsärzten.

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