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Spielplatz-Schließung als letztes Mittel

Vandalismus an den Cappelner Kitas nimmt zu. Abends soll das Gelände nach Empfehlung des Fachausschusses abgeschlossen werden.

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Mit Gewalt: Immer wieder kommt es rund um die Cappelner Kitas zu Vandalismus.   Foto: Vorwerk

Mit Gewalt: Immer wieder kommt es rund um die Cappelner Kitas zu Vandalismus.   Foto: Vorwerk

Der am besten bewertete Spielplatz in der Gemeinde Cappeln soll auch weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Eine komplette Sperrung des Geländes an den Cappelner Kitas St. Anna und St. Peter und Paul für die Öffentlichkeit möchte der Fachausschuss für Familie, Jugend und Sport als letztes Mittel zum Zug kommen lassen. Dafür haben sich die Mitglieder am Mittwoch ausgesprochen. Anlass war der Antrag auf Schließung durch die Kirchengemeinde, die als Trägerin der Kitas fungiert. Vandalismus und Vermüllung haben zu diesem Schritt geführt. Sollte eine zeitlich begrenzte Öffnung nicht den gewünschten Erfolg bringen, müsse über eine Nutzung ausschließlich für die Kita-Kinder zu den Öffnungszeiten nachgedacht werden.

Erst vor wenigen Tagen haben Unbekannte dort ihre Kräfte gemessen und einen Teil des Edelstahl-Geländers aus der Verankerung gerissen. Besonders nach dem Wochenende müssen die Erzieherinnen das Gelände absuchen, bevor sie die Kleinen an die frische Luft lassen können. Weggeworfene Essensreste, Glasscherben und sogar Spritzen sind dort bereits gefunden worden. Hinzu kommen die Schäden durch Vandalismus. Vor längerer Zeit wurden mit Steinen zahlreiche Fensterscheiben zerkratzt. Der Schaden: 20.000 Euro. Zwar habe es Tatverdächtige gegeben, bei ihnen sei aber nichts zu holen gewesen, sagte Kirchenprovisor Konrad Bohmann, der als Zuhörer der Sitzung beiwohnte.

Kirche verweist auf andere Spielplätze in der Umgebung

Dieser Spielplatz nimmt unter den Kitas eine besondere Stellung ein. Während in anderen Einrichtungen die Außenfläche eingezäunt und nach den Betreuungszeiten nicht mehr zugänglich ist, ist das Areal in Cappeln vor Jahrzehnten der einzige Spielplatz im Ort gewesen und stand seither jedem offen. Die Kirchengemeinde hat in ihrem Antrag darauf hingewiesen, dass es mittlerweile zahlreiche andere Flächen mit Schaukeln und Rutschen gibt, beispielsweise auf dem Dorfplatz.

Mit einer kompletten Schließung haben sich die Ausschuss-Vertreter auch deshalb schwer getan, weil im Rahmen einer Bachelor-Arbeit, bei der alle Spielplätze in der Gemeinde unter die Lupe genommen wurden, dieser besonders gut abgeschnitten hat. Ob das Abschließen vor Vandalismus schützt, stellte Patrick Böske (UWG) infrage. Christin Eilers (CDU) brachte eine Video-Überwachung ins Spiel, was sich laut Dirk Olliges, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, im öffentlichen Raum immer schwierig gestalte. Er werde dies aber prüfen.

Einen Strom- und Wasseranschluss hat der Heimatverein Cappeln für den Dorfplatz beantragt. Vom Wasseranschluss hat man sich mittlerweile verabschiedet, da dieser auch einen Anschluss für das Abwasser bedingen würde, einen Zähler – und dies verbunden mit fixen regelmäßigen Kosten. Ein Stromanschluss werde allerdings weiter gewünscht, hieß es auf der Sitzung. Auch den gibt es nicht gratis. Von mindestens 5000 Euro war seitens der Verwaltung die Rede. Die Angelegenheit wurde zurückgestellt. Zwischen dem Heimatverein und der Verwaltung sollen anderweitige Fördermöglichkeiten oder Lösungen für einen Stromanschluss erörtert werden.

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