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SPD fordert Konzept für Bunker in Staatsforsten

Die Genossen im Cloppenburger Stadtrat kritisieren, dass die seinerzeit geplante öffentliche Zugänglichkeit immer noch nicht im Grundbuch abgesichert ist.

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Unscheinbar: Hinter einem Zaun ist der frühere Eingang in die Splitterschutzröhre zu erahnen. Foto: Kreke

Unscheinbar: Hinter einem Zaun ist der frühere Eingang in die Splitterschutzröhre zu erahnen. Foto: Kreke

"Die Staatsforsterner Splitterschutzröhre ist für Cloppenburg ein beeindruckendes Kriegszeugnis. Es liegt daher in der Verantwortung der heute lebenden Generationen, die Überreste nicht nur zu erhalten, sondern sie als Geschichtsstätte aufzuwerten", fordert die SPD-Stadtratsfraktion in einer Pressemitteilung. Gleichzeitig fordern die Genossen in ihrem Antrag an den Bürgermeister eine "konzeptionelle Nutzung" des Staatsforstener Bunkers.

"76 Jahre nach Kriegsende ist eine lebhafte Warnung vor Faschismus und rechtsextremen Ideologien wichtiger denn je. Gerade in der aktuellen Zeit sollten wir alles daran setzen, die Relikte dieser dunklen Zeit nicht einfach zu verbuddeln, sondern sie aktiv als Mahnmal zu nutzen", heißt es in der Mitteilung.

Stadtverwaltung soll dem Rat ein Konzept vorstellen

Konkret beantragen die Sozialdemokraten, die Verwaltung zu beauftragen, ein konkretes Konzept zur öffentlichen Zugänglichmachung des Bunkers zu entwickeln und dem Rat der Stadt zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen. Das Konzept soll insbesondere das Anbringen von Hinweistafeln, die Festlegung von Öffnungszeiten sowie die Mitteilung verbindlicher städtischer Ansprechpartner umfassen. "Schulische Ausflüge auch mit Besuch des Flugplatzes zum Thema Zweiter Weltkrieg in Cloppenburg bieten sich förmlich an", sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Andreas Borchers.

Vor 76 Jahren wurde die Splitterschutzröhre am Garreler Weg gebaut. Im Zweiten Weltkrieg sollte sie die Bahnmitarbeiter vor Granatsplittern und Bordwaffen feindlicher Jäger schützen. Heute ist der Bunker, wie die Röhre genannt wird, ein Kriegszeugnis vergangener Zeiten.

Der Stadtrat hatte einem Verkauf der städtischen Fläche unter der Bedingung zugestimmt, dass eine öffentliche Zugänglichkeit auf Dauer gesichert bleibe. "Das heutige Ergebnis ist enttäuschend, und der Wille des Rates ist in Teilen nicht beachtet worden", kritisiert der SPD-Fraktionsvorsitzende, Jan Oskar Höffmann. "Das Kriegszeugnis verkümmert zum Armutszeugnis." Bis heute sei die "öffentliche Zugänglichkeit" nicht im Grundbuch abgesichert. "Im Falle eines Weiterverkaufs des Bunkergrundstücks wäre ein Neu-Eigentümer an die Bedingung der öffentlichen Zugänglichmachung rechtlich nicht gebunden, sodass die Bevölkerung jederzeit ausgeschlossen werden könnte. Unter dieser Voraussetzung hätte der Rat einem Verkauf keinesfalls zugestimmt", so Höffmann.

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