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SPD fordert Impfzentrum in der Münsterlandhalle

Die Kreistagsfraktion will mehr Angebote: Nach der Schließung des Impfzentrums in Friesoythe sollte eine neue Anlaufstelle in Cloppenburg geschaffen werden. Auch Apotheken müssten eingebunden werden.

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Neues Impfzentrum in der Münsterlandhalle? Geht es nach der SPD, soll auf diese Weise die mittlerweile geschlossene Einrichtung an der Thülsfelder Talsperre ersetzt werden.  Foto: Hermes

Neues Impfzentrum in der Münsterlandhalle? Geht es nach der SPD, soll auf diese Weise die mittlerweile geschlossene Einrichtung an der Thülsfelder Talsperre ersetzt werden.  Foto: Hermes

Angesichts der „dramatisch hohen Infektionszahlen“ im Landkreis Cloppenburg fordert die SPD-Kreistagsfraktion einen „Paradigmenwechsel“ in der Impfkampagne. Mit den gegenwärtigen Strukturen werde man der „ausufernden Lage“ nicht gerecht, erklären SPD-Kreistagsmitglied Ruth Fangmann und Jan Oskar Höffmann, der sich für die SPD-Landtagskandidatur im Südkreis bewirbt, in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Die Kreistagsfraktion wolle zusätzlich zu den in den Kommunen eingesetzten mobilen Impfbussen in der Cloppenburger Münsterlandhalle als Ersatz für das geschlossene Impfzentrum an der Thülsfelder Talsperre eine zentrale Impfanlaufstelle einrichten. „Wir müssen die niedrigschwelligen Impfangebote schnellstmöglich ausbauen, um eine Verschlechterung der Lage zu verhindern“, betonte Ruth Fangmann, die als Krankenschwester im St.-Josefs-Hospital arbeitet.

Landkreis soll auch Gespräche mit Ärzten und Apothekern führen

Weiter soll die Kreisverwaltung mit möglichst allen Haus- und Fachärzten ins Gespräch gehen, um ein Impfangebot im Rahmen regulärer Arztbesuche für bisher Ungeimpfte ermöglichen zu können. Auch ein Dialog mit der Apothekerschaft soll gesucht werden, um ein solches Angebot zu prüfen. Daneben soll die Kreisverwaltung beauftragt werden, den Einsatz weiterer mobiler Impfbusse mit Halt vor Einkaufszentren zu prüfen. Auch der Einsatz mobiler Impfteams sollte für die Fußgängerzonen und Plätze in den Kommunen mit vielen Personen geprüft werden, wie vor Großbetrieben oder in Industriegebieten.

Platz genug: In der Cloppenburger Münsterlandhalle könnte eine Anlaufstelle für Impfwillige eingerichtet werden, fordert die SPD-Kreistagsfraktion. Foto: HermesPlatz genug: In der Cloppenburger Münsterlandhalle könnte eine Anlaufstelle für Impfwillige eingerichtet werden, fordert die SPD-Kreistagsfraktion. Foto: Hermes

„Ein Bus allein genügt nicht, um die vierte Welle zu brechen“, konstatiert Höffmann. „Mehrstündige Wartezeiten schrecken impfwillige Bürger ab und bremsen die gesamte Kampagne aus.“ Die Hausärzte seien mit der Aufgabe überfordert und böten teilweise erst Termine für das Frühjahr 2022 an.

Zudem solle der Kreistag die Kreisverwaltung damit beauftragen, die Bemühungen zur Gewinnung von Ehrenamtlichen mit „Berechtigung/Befähigung zur Impfung anderer“ unabhängig von Diskussionen mit dem Land über Finanzierungsaspekte massiv ausweiten, damit die Stellen bei der Durchführung der Impfungen unterstützt werden können.

Landkreis soll zunächst in Vorleistung gehen

„Ich muss aus eigener beruflicher Erfahrung als Krankenschwester dringend darauf hinweisen, dass es nie nötiger war als zuvor, alle Kräfte zu bündeln. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Zahl der beatmeten Covid-19-Patienten und auch der Toten so niedrig wie möglich gehalten werden kann. Das gelingt nur über die Impfung“, betont Ruth Fangmann. Der Kreis Cloppenburg solle es Vechta gleichtun und Aufrufe zur Gewinnung von impfunterstützendem Personal massiv ausweiten, um „großartige und erfolgreiche Impfaktionen“ durchführen zu können. Der Verweis auf Unstimmigkeiten mit dem Land bezüglich der Kostenübernahme ehrenamtlich tätiger Unterstützer sollte den Landkreis nicht davon abhalten, hier aus eigenem Interesse weiter in Vorleistung zu gehen.

Letztlich sieht Jan Oskar Höffmann jedoch Bund und Land in der Pflicht, die Impfkampagne flächendeckend hochzufahren. Es sei „unbegreiflich“, dass Apotheken in die Impfkampagne bislang nicht eingebunden würden. „Statt auf die Medizinerlobby Rücksicht zu nehmen, müssen wir die Qualität und Quantität des deutschen Apothekernetzes nutzen. Ich erwarte, dass hier schleunigst Vernunft einkehrt“, so Höffmann.

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