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So möchte Holdorf den Zustand der Spielplätze verbessern

Die Gemeinde hat das Budget bereits verdoppelt und einen Arbeitskreis gebildet. Zwei SPD-Politikerinnen nehmen alle Flächen genauer unter die Lupe. Was sind ihre Ergebnisse? Was sind ihre Ideen?

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Mit Kletterturm, Rutsche und Schaukeln: Auf dem Spielplatz an der Frankenstraße im Wohngebiet Lagerweg II wird Kindern nicht langweilig. Foto: Vollmer

Mit Kletterturm, Rutsche und Schaukeln: Auf dem Spielplatz an der Frankenstraße im Wohngebiet Lagerweg II wird Kindern nicht langweilig. Foto: Vollmer

Janine Wienholt wohnt in Holdorf direkt am großen Spielplatz am Birkenfeld, sie ist Mutter von zwei Kindern (2 und 6 Jahre) – und es ist deshalb wohl nicht übertrieben zu sagen, dass die SPD-Politikerin die Spielflächen in der Gemeinde gut kennt. Allerdings hat Wienholt schon seit Längerem den Eindruck, dass der Zustand der Spielplätze in Holdorf, Fladderlohausen und Handorf-Langenberg nicht überall optimal ist. Sie besprach das Thema mit ihren Parteikollegen, die es schließlich im vergangenen Frühjahr – damals war Wienholt noch kein Ratsmitglied – auf die Tagesordnung im zuständigen Sicherheitsausschuss hoben.

Rund ein Jahr nach der Anregung von Janine Wienholt ist Schwung in die politische Diskussion gekommen. Es hat sich nach der damaligen Sitzung der Arbeitskreis Spielplätze gebildet, im Kommunalwahlkampf waren Spielplätze durchaus auch ein Thema und der neu gebildete Rat hat das Budget gleich verdoppelt: Für die Unterhaltung von Spielplätzen sind jetzt 20.000 Euro eingeplant (vorher 10.000 Euro), für die Errichtung dann 40.000 Euro (vorher 20.000 Euro). 

Wo jetzt was investiert wird? Diese Frage stellt sich noch nicht. Aber den Zustand von Holdorfs Spielplätzen analysierte Janine Wienholt im vergangenen Sommer bei einer Tagesradtour durch die Gemeinde zusammen mit Inge Olberding. Die Lorserin ist Sprecherin für den sehr beliebten Naturspielplatz in Fladderlohausen, hat sich seitdem viel in die Spielplatz-Materie mit ihren umfangreichen Regularien eingearbeitet und ist damit auch irgendwie als Vorsitzende des Arbeitskreises prädestiniert; ihre Stellvertreterin im Arbeitskreis ist Wienholt.


Das sind die offiziell ausgeschriebenen Spielplätze:

Holdorf: Ahornring, Birkenfeld, Frankenstraße, Ginsterweg/Kreuzbreite, Grundschule, Kolpingstraße, Lüttmerskamp, Naturlehrpfad, Steinbrink, Wilhelm-BuschStraße, Jugendtreff und Spielplatz am Heidesee.

Langenberg: Bergstraße 30, Bergstraße 68, Ernst-Böhm-Straße, Grundschule.

Fladderlohausen: Kaiserstraße, Am Wasserwerk.


Für 25 Flächen (die 18 offiziellen Spielplätze, dazu Dorfplätze, die BMX-Bahn, Skateranlage, Fußball-Arena etc.) dokumentierten Olberding und Wienholt den Zustand. Was kann an Spielgeräten bleiben? Was kann weg? Was sollte neu angeschafft werden? Ihr Eindruck: Rund die Hälfte der Flächen sind in einem guten bis sehr guten Zustand (vor allem in den neueren Baugebieten). Die andere Hälfte eher weniger. Einige "Spielplätze" verfügten im Endeffekt nur noch über eine Bank. Wenn überhaupt.

Die SPD-Ratsfrauen notierten ihre persönlichen Vorstellungen und Ideen, wie die Orte aufgewertet werden können. Zum Beispiel durch Seilbahnen, Klettergerüste oder Ähnliches. "Das waren erstmal nur Wünsche, auf das Geld haben wir dabei nicht geachtet", räumt Olberding ein – wohl wissend, dass einzelne Spielgeräte alleine schon 5000 Euro kosten können. 

Die beiden Sozialdemokratinnen finden, dass Spielplätze unterschiedliche Attraktionen haben sollen. "Sonst ist ein Spielplatz schnell ausgespielt", sagt Zweifach-Mutter Wienholt. Sie könnte sich auch einen Hundespielplatz vorstellen, außerdem eine Art Bewegungsspielplatz für mehrere Generationen. Oder einen Hockeyplatz, zum Beispiel am Birkenfeld. Wichtig sei auch der inklusive Gedanke. Zu allen Extra-Themen wollen sich Wienholt und Olberding auch bei anderen Kommunen informieren. 

Anwohner sollen bei den Planungen dabei sein

Die Vorsitzenden des Arbeitskreises betonen: Es ist noch gar nichts entschieden, es gibt kein Konzept. "Aber wir wollen die Diskussion in Gang setzen", sagt Wienholt. Sie und Olberding hatten den Eindruck, dass auch die anderen Mitglieder des Arbeitskreises – Hendrik Echtermann, Heinz Bröer, Rudolf Bergmann (alle CDU), Janina Spiegel, Uta Rybka-Beckermann (beide IGeHo) – die ersten Ideen gut fanden. Es benötige beim Thema Spielplätze eine Struktur, sagt Olberding und betont: Bei den Planungen würden natürlich auch die direkten Anwohner involviert. "Wir benötigen Ehrenamtliche, die mithelfen."

Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug findet es jedenfalls gut, dass sich ein Extra-Arbeitskreis dem Thema Spielplätze widmet. Er räumt ein, dass in der Vergangenheit zu wenig Geld für Investitionen im Haushaltstopf der Gemeinde lag. Krug würde sich freuen, wenn sich wieder Paten finden ließen, die die Wartung und Pflege von Spielplätzen übernehmen könnten.

In einem ordentlichen Zustand: Der Spielplatz am Ahornring. Foto: Vollmer In einem ordentlichen Zustand: Der Spielplatz am Ahornring. Foto: Vollmer 

Spielplätze zu schließen und die Flächen zu verbauen – davon ist er übrigens kein Freund, sagt Krug. Er denkt dabei nicht nur an spielende Kinder und Familien. Auch für Nachbarschaftsfeste, Treffen von Cliquen oder Schützenkompanien wie seiner eigenen seien freie Flächen in Wohngebieten wichtig. "Wir benötigen Orte der Begegnung."

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