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Skandal hinter dem Skandal

Thema: Sturm auf das Kapitol in Washington I - Der Angriff auf die Demokratie in den USA ist keine große Überraschung. Und das, obwohl der Staatsstreich durchaus berechenbar war.

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"Unglaublich" seien die Szenen gewesen, die im Sturm auf das Capitol in Washington mündeten, heißt es immer wieder in den Beschreibungen der Korrespondenten. Unglaublich im Sinne von empörend, unfassbar oder beschämend: Ja. Unglaublich im Sinne von unwahrscheinlich oder überraschend: Nein.

Was sich vor und in den Kongresskammern der Vereinigten Staaten abgespielt hat, war ein Angriff auf die Grundfeste. Und er hatte eine ebenso lange wie laute Vorwarnung. Es muss jedem Klardenkenden bewusst gewesen sein, was sich dort anbahnt und was im weiteren Verlauf passieren würde. Dennoch kam es zu diesem versuchten Staatsstreich. Und genau diese Mixtur aus Untätigkeit und Verwunderung steht sinnbildlich für das - seit dem Amtsantritt von Trump vor 4 Jahren - paralysierte politische Amerika und die ebenfalls in beharrlicher Schockstarre verfallene restliche Welt. Denn: Man kann diesem geisteskranken Egomanen im Amt des US-Präsidenten sehr viel vorwerfen. Nicht vorwerfen lassen muss er sich jedoch, dass er seine Taten nicht angekündigt hätte oder sich sein stetes Aufwiegeln im Verborgenen abgespielt hätte.

Dieser Mann hat aus seiner Abneigung für Demokratie, Rechtsstaat und Zusammenhalt nie ein Geheimnis gemacht. Dennoch haben seine Partei, die halbherzige Opposition, das gesamte Establishment in Washington sowie die internationale Staatengemeinschaft Trumps Gebaren toleriert und ihn relativ unbehelligt wirken lassen. Diese krasse Fehleinschätzung hat sich bitter gerächt. Und das ist der Skandal hinter dem Skandal.

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