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Sieben magere Jahre sind in Essen endlich vorbei

An der Beverner Straße entsteht ein neues Gewerbegebiet. Es dürfte weitere Arbeitsplätze nach Essen holen. Die Verwaltung hatte zuletzt mächtig Gas gegeben.

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EU hilft (von links): Erich gr. Pöhler, Heiner Kreßmann und Bernd Zumbrägel freuen sich über den Förderbescheid.   Foto: G. Meyer

EU hilft (von links): Erich gr. Pöhler, Heiner Kreßmann und Bernd Zumbrägel freuen sich über den Förderbescheid.   Foto: G. Meyer

Nach sieben mageren Jahren kann die Gemeinde Essen Gewerbetreibenden endlich wieder Entwicklungsflächen anbieten. Ein rund 10 Hektar großes Baugebiet in Osteressen soll alsbald erschlossen werden. Die Kommune wird dafür auch Fördermittel erhalten.

Eine Tiefbaufirma ist bereits gefunden. Knapp 20 Grundstücke wird sie südlich der Beverner Straße schaffen. Sie sind zwischen 2300 und 4000 Quadratmeter groß. Geplant sei, sie an kleine und mittelständische Unternehmen abzugeben, erklärt Bürgermeister Heiner Kreßmann. Das neue Gewerbegebiet besteht aus zwei Teilflächen, die die Gemeinde vor zehn, beziehungsweise drei Jahren gekauft hatte. Ein großes Regenrückhaltebecken soll ebenfalls entstehen. Der Zugang erfolgt über die Beverner Straße. Dort wird es wegen der Arbeiten im Laufe des Jahres zu Verkehrsbehinderungen kommen. Die Grundstücke werden voll erschlossen. Auch die Digitalisierung spielt dabei eine große Rolle. "Wir lassen zusätzlich weitere Leerrohre verlegen, um die Betriebe für die Zukunft zu wappnen, erklärt Kreßmann. 

Freie Gewerbegrundstücke sind in Essen ein rares Gut. 2015 standen letztmals Flächen zur Verfügung. In Sandloh und nördlich der Landesstraße in Osteressen ist inzwischen alles dicht gebaut. Die Firma Wernsing, für die an ihrem Standort in Addrup ein eigenes Baugebiet eingerichtet wurde, vergrößert sich dort gerade erheblich.

EU fördert Erschließung in Millionenhöhe

"Wir stoßen überall an unsere Grenzen", sagt der Bürgermeister. Neben der Immissionssituation haben die Planer auch den Hochwasserschutz zu berücksichtigen. Starkregenereignisse, die wegen des Klimawandels in den kommenden Jahren häufiger erwartet werden, stellen sie vor neue Herausforderungen. Und  am Ende müssen die Besitzer bereit sein, ihre meist landwirtschaftlich genutzten Flächen zu veräußern.

Der Verwaltungsausschuss hatte den Bebauungsplan im vergangenen Jahr beschlossen. Die Erschließung wird mit bis zu 1,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)  gefördert. Die Gemeinde musste dafür einen Antrag bei der landeseigenen N-Bank stellen. Viel Zeit dafür hatten Erich gr. Pöhler und Bernd Zumbrägel nicht. "Das war eine echte Meisterleistung", lobt Heiner Kreßmann. Weil die vorgeschriebenen archäologischen Untersuchungen in dem Gebiet länger dauerten als erwartet, erhielt die Verwaltung eine Fristverlängerung. Bis Ende 2022 muss die Erschließung abgeschlossen sein. 

Gemeinde führt schon Interessenten-Liste

Für die Vermarktung der Grundstücke ist Bernd Zumbrägel zuständig. Kaufverträge können noch nicht unterschrieben werden. Interessenten gebe es aber schon, bestätigt Zumbrägel. "Wir haben Nachfragen und führen eine Liste." Die Bauwilligen kämen sowohl aus der eigenen Gemeinde als auch von auswärts. Unter ihnen sind unter anderem Handwerksbetriebe, die sich erweitern möchten. Heiner Kreßmann erwartet deshalb keine Probleme bei der Vermarktung. Der Quadratmeterpreis steht noch nicht fest. "Er wird  bei der Entscheidung, in den Standort zu investieren, auch nicht den Ausschlag geben", glaubt der Verwaltungschef. Ein echter Preistreiber dürften dagegen die gestiegenen Bau- und Materialkosten sein. 

Heiner Kreßmann freut sich über die Unterstützung aus Hannover und Brüssel. Ein Schild weist jetzt vor Ort auf die Förderung der Maßnahme hin. Es habe durchaus etwas größer sein dürfen, findet der Bürgermeister. "Damit die Menschen sehen, wie die EU uns allen nützt."

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