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Selbstverständnis

Thema: Konflikt um Kurzarbeitergeld der Kirche - Ein Solidarfonds, um das Kurzarbeitergeld aufzustocken ist ein gangbarer Kompromiss – und ein Prüfstein für die Kirche als Gemeinschaft.

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Im Tarifkonflikt um das Kurzarbeitergeld für die Mitarbeiter der kirchlichen Einrichtungen geht es nicht allein um die rechtliche Grundlage und die Höhe der Zahlungen. Es geht hier auch darum, welches Selbstverständnis die katholische Kirche lebt. Der Ausgang des Tarifkonflikts wird bezeichnend für die Verfasstheit ihrer Identität sein. Will die Kirche barmherzig und sozial sein? Oder soll ein rein betriebswirtschaftliches Kalkül freie Bahn haben?

Zur Klarstellung: Dass kirchliche Einrichtungen Kurzarbeit anmelden können, um dadurch Jobs zu retten und eine Insolvenz abzuwenden, ist eine gute Neuerung. Und es mag zunächst befremdlich wirken, wenn die Arbeitnehmerseite hierauf beharrt: Das staatlich gezahlte Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 bis 67 Prozent des Nettolohns soll vom Arbeitgeber auf bis zu 95 Prozent aufgestockt werden. Eine Luxusforderung? Keineswegs: Im Fokus stehen hier Beschäftigte wie Reinigungs- und Hauswirtschaftskräfte, die als erste von Kurzarbeit betroffen sind und nach den niedrigsten Gehaltsstufen (E 1 und E 2) bezahlt werden. Die Spanne reicht von 1930 Euro bis 2760 Euro brutto monatlich – bei Vollzeit Im schlimmsten Fall bleiben hier bei Kurzarbeit ohne Aufstockung etwa 800 Euro netto monatlich.

Um die Dienstgeber bei der Aufstockung zu entlasten, hat die Mitarbeiterseite einen Solidarfonds angeregt. Dort soll jeder der kirchlich Beschäftigten ein Prozent seines Entgelts einzahlen, um bei anderen die Aufstockung des Kurzarbeitgeldes zu ermöglichen. Das ist ein gangbarer Kompromiss – und ein Prüfstein für die Kirche als Gemeinschaft.

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