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Selbstkritik gehört dazu

Thema: Deutschlandtag der Jungen Union – Nicht nur die Parteispitze trägt Schuld am Wahldebakel der Union. Auch die Nachwuchsabteilung muss sich hinterfragen.

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Blickt man auf die Bundeskongresse der Jungen Union in den vergangenen Jahren zurück, herrschte dort stets so etwas wie Euphorie, Glückseligkeit und auch viel Selbstlob. Warum denn auch nicht? 16 Jahre lang stellte die Union unter Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bundesregierung. Gründe für ausgelassene Partystimmung und frenetischen Beifall – auch für sich selbst – gab es also genug beim konservativen Polit-Nachwuchs, der sich nun über fast eine ganze Generation auf der Siegerstraße befand.

Doch mit dem krachenden Scheitern der Christdemokraten bei den Bundestagswahlen herrschen nun vor allem 2 Dinge: Ratlosigkeit und Ernsthaftigkeit. Dabei ist die Junge Union nicht ganz unschuldig an dem Wahldebakel. Die Frage, warum es dem Nachwuchs bei rund 100.000 Mitgliedern nicht gelungen ist, den Großteil der Erstwähler von der Attraktivität und den Ideen der Union zu überzeugen, muss sich der Jugendverband sicherlich stellen.

Klar ist auch: Die Junge Union muss reifer werden. Es genügt einfach nicht, die Verantwortung für das historisch schlechte Wahlergebnis auf die Parteispitze abzuwälzen. Selbstkritik, mit der sich die Junge Union stets schwertut, gehört eben auch dazu. Wie sich der Polit-Nachwuchs in der Rolle der Opposition zurechtfindet, ist noch fraglich. Verlieren kennen die meisten Mitglieder eben einfach nicht. Zumindest hat die Junge Union nun die Chance zu beweisen, dass sie dabei helfen kann, mit frischen Ideen die Union aus der Krise zu führen – mit etwas weniger Euphorie, Glückseligkeit und Selbstlob.

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