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Seehofers Rückzieher

Thema: Der Minister und ein taz-Artikel - Seehofer hätte mit der Anzeige gegen Hengemah Yaghoobifarah der Polizei den Rücken stärken können. Leider hat er die Chance verpasst.

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Bundesinnenminister Horst Seehofer ist wie ein Tiger abgesprungen und wie ein Bettvorleger gelandet. Noch am Sonntag hatte er vollmundig eine Strafanzeige angekündigt: gegen Hengemah Yaghoobifarah wegen deren unsäglichen Artikels in der taz, in dem sie schrieb, Polizeibeamte gehörten eigentlich alle auf die Müllhalde. Passiert ist jedoch nichts. Offenbar hatte Seehofer erst gepoltert und dann Flausen bekommen. Nicht zum ersten Mal. Leider.

Dass seine Ankündigung einen Sturm der Entrüstung lostreten würde und das linke Lager die Pressefreiheit in Gefahr sieht, falls ein Mitglied der Bundesregierung Strafanzeige stellt, dürfte den CSU-Politiker kaum überrascht haben. Damit war zu rechnen. Ebenso wie damit, dass die Hasstirade der taz-Mitarbeiterin plötzlich von ihr zur Satire umgedeutet wurde, nachdem lange vor Seehofer die Polizeigewerkschaften und viele Bürger gegen diese unfassbare Diffamierung einer staatstragenden Berufsgruppe heftig protestiert und Anzeigen erstattet hatten.

Nicht zu rechnen war aber mit dem Rückzieher Seehofers. Hätte er seiner Ankündigung Taten folgen lassen, wäre das - selbst wenn die Anzeige am Ende nicht verfolgt worden wäre - ein klares Signal an die mehr als 250.000 Polizistinnen und Polizisten im Land gewesen, dass es nicht nur die Saskia Eskens in der Politik gibt, die die Arbeit der Beamten schlecht reden. Die Polizeikräfte benötigen mehr denn je in diesen Tagen eine breite Unterstützung - wegen der Eskens, aber auch wegen der Hengemah Yaghoobifarahs, die Hass säen und keine Achtung vor Menschen haben.

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