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Schwache Bündnisse

Thema: Erdgasstreit im Mittelmeer - Die Türkei nimmt sich viel heraus, weil sie keine Konsequenzen fürchtet. Eigentlich müssten Nato und EU eingreifen. Doch sie sind von Interessenkonflikten gelähmt.

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Die Türkei schickt Forschungs- und Kriegsschiffe in ein Seegebiet, das Griechenland für sich beansprucht. Ziel: Bodenschätze finden und ausbeuten. Vor ein paar Jahrzehnten hätte schon viel weniger gereicht, um einen Krieg vom Zaun zu brechen. Das Vorgehen der Türkei ist eine Provokation mit Kalkül - die Regierung um den Despoten Recep Tayyip Erdogan geht fest davon aus, damit durchzukommen. Das Risiko ist überschaubar.

Die Türkei ist Mitglied der durch das zerstörerische Verhalten der US-Administration unter Donald Trump geschwächten Nato - der auch Griechenland angehört. Das minimiert die Gefahr einer militärischen Reaktion. Zumal die Türkei in der Nato eine nicht ganz unwichtige Rolle spielt. Sie gilt als Brückenkopf in eine Region, in der der Westen immer mehr Einfluss verliert. Die übrigen Bündnispartner werden weiter auf eine friedliche Lösung drängen.

Grund zwei: Die Türkei ist ein - wenn auch ungeliebter - Partner in der EU-Flüchtlingspolitik. Ohne die Türkei würden mehr Flüchtlinge nach Europa kommen. Staaten wie Polen, Ungarn oder Italien werden alle Sanktionen gegen die Türkei blockieren oder massiv verzögern, die das Flüchtlingsabkommen kippen könnten. In dem Punkt ist die EU schwach. Der türkische Despot weiß das. Er kann in Syrien einmarschieren, gegen die mit dem Westen verbündeten Kurden Krieg führen, europäische Journalisten verhaften und Oppositionelle ins Gefängnis werfen. Unbehelligt.

Jetzt muss die EU Stärke zeigen. Die Nato-Partner müssen klare Ansagen machen: So geht das nicht, liebe Türkei.

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