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Schulen fordern Einbindung von Lehrern aus der Ukraine

Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei, da stehen die Schulen schon vor der nächsten unerwarteten Herausforderung: der Integration von Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine.

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Foto: dpa/Gollnow

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Niedersachsens Schulen werben für ein Netzwerk mit geflüchteten Lehrerinnen und Lehrern aus der Ukraine. So forderte der Schulleitungsverband (SLVN) am Montag, die Schulen sollten ukrainische Lehrkräfte ohne bürokratische Hürden beschäftigen dürfen. Auch der Philologenverband (PHVN) sprach sich dafür aus, ukrainische Lehrkräfte, wo möglich, direkt in den Unterricht einzubeziehen.

"Wir dürfen jetzt nicht zu einer Parallelgesellschaft kommen, dass die ukrainischen Kinder sozusagen auf der einen Seite sind und unsere deutschen Kinder auf der anderen Seite. Wir müssen miteinander und voneinander lernen", sagte der neue Vorsitzende des PHVN, Christoph Rabbow. Außerdem brauche es Sprachförderklassen, um die Ukrainer möglichst gut zu integrieren. Rabbow warb zudem dafür, die während der Corona-Pandemie befristet aufgestockten Stellen für Schulpsychologen beizubehalten. "Die müssen fest an den Schulen bleiben", sagte er.

Der Schulleitungsverband erklärte, die Bereitschaft der Schulen, die Familien aus der Ukraine zu unterstützen, sei zwar groß. Allerdings sei bei den Schulen nach 2 Jahren Pandemie auch "die Luft raus".

Geld, Personal und Räume benötigt

Benötigt würden mehr Geld, mehr Personal und mehr Räume. Zusätzliche Lehrkräfte müssten daher schnell und unbürokratisch eingestellt werden. Darüber hinaus sollten die Schulträger den Schulen mehr Räume für zusätzliche oder größere Lerngruppen zur Verfügung stellen. Der SLVN-Vorsitzende René Mounajed verband seine Forderungen auch mit einer grundsätzlichen Kritik: An den Ressourcen der Schulen sei in den vergangenen Jahren Raubbau betrieben worden, kritisierte er.

Die Abiturtermine in Niedersachsen sollen unterdessen trotz der hohen Corona-Fallzahlen weiter Bestand haben. "Wir sehen derzeit keinen Grund, die anstehenden Abitur- und Abschlussprüfungen zu verschieben", sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne der Deutschen Presse-Agentur.

Die Anstrengungen seien seit Pandemiebeginn darauf ausgerichtet, den Schülerinnen und Schülern auch in schwieriger Lage "hochwertige und faire Prüfungen" zu ermöglichen, erklärte der SPD-Politiker. "Sie haben jahrelang gelernt und ein Recht darauf, ihr Engagement und ihre Leistungen unter Beweis zu stellen." Tonne verwies darauf, dass in diesem Schuljahr durchgehend Präsenzunterricht stattgefunden habe, außerdem seien Schüler und Lehrer auf die Zeitpläne vorbereitet.

Land passt Vorgaben für Zentralabitur wegen der Pandemie an

Mit den Hygieneplänen seien die Schulen auch gut aufgestellt, um sichere Prüfungen zu gewährleisten. "Das sind gute Rahmenbedingungen für erneut gute Prüfungen", sagte der Minister.

Wie schon in den beiden Vorjahren hat das Land die Vorgaben für das Zentralabitur allerdings wegen der Pandemie angepasst. So wurden in einzelnen Fächern Themen gestrichen oder inhaltliche Fokussierungen vorgenommen. Außerdem wurde die Zahl der Klausuren in der Oberstufe reduziert und den Lehrern ein zusätzlicher Aufgabenvorschlag zur Vorauswahl vorgelegt, damit sie die Prüfungen auf die behandelten Unterrichtsinhalte abstimmen können.

Auch im Sekundarbereich I ist in allen Fächern und Schuljahrgängen im zweiten Halbjahr nur eine schriftliche Arbeit zu schreiben. Die mündlichen Abschlussprüfungen in diesem Bereich sind dieses Jahr erneut freiwillig statt verbindlich.

Im Jahr 2020, kurz nach Ausbruch der Pandemie, hatte Niedersachsen die Prüfungstermine noch verschoben.

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