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Schnelles Internet und flächendeckenden Handyempfang für Lindern per Richtfunk

Der Rat hat sich einstimmig für diesen Weg entschieden – zur Freude auch von Bürgermeister Hage. Nicht glücklich ist er über die archäologischen Grabungen, die an der Löninger Straße laufen.

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"Sandkastenspiele": So werden inzwischen in der Bevölkerung die archäologischen Untersuchungen im neuen Baugebiet genannt. Foto: Siemer

"Sandkastenspiele": So werden inzwischen in der Bevölkerung die archäologischen Untersuchungen im neuen Baugebiet genannt. Foto: Siemer

Mit einem einstimmigen Votum hat Linderns Rat den Weg frei gemacht für schnelles Internet per Richtfunk. Gleichzeitig soll sich auch der Handyempfang in den Außenbereichen verbessern. Wie alle anderen Gemeinden im Landkreis Cloppenburg nutzt die Südkreis-Kommune dabei das Angebot der ETN Group aus Meppen.

Die Emsländer wollen über das Gemeindegebiet verteilt 5 Exemplare ihrer 66,5 Meter hohen Gittermasten errichten. Noch in diesem Jahr könnten diese aufgestellt werden – unter der Voraussetzung einer Genehmigung durch die Kreisverwaltung, hieß es. Standorte sind in Neuenkämpen, Auen, Garen, Großenging und als Basisstandort im Gewerbegebiet Stühlenfeld vorgesehen. Möglich werde so schnelles Internet –  in den engeren Radien des jeweiligen Turms bis hin zum 5-G-Standard.

Hage spricht von Win-Win-Situation

Bürgermeister Karsten Hage gab bekannt, dass der Sendemast in Garen nicht auf dem gemeindeeigenen Schützenplatz aufgebaut wird, sondern auf einer nahegelegenen Fläche der Wegegenossenschaft. Die sei einverstanden. Auch beim Handyempfang verspreche er sich  einen Durchbruch und eine Win-Win-Situation für die Bewohner der Außenbereiche, betonte Hage. Denn: Die Gemeinde habe sich entschieden, dass für den Mobilfunk-Bereich die ETN nicht nur ihre eigenen Sende- und Empfangsanlagen installiere, sondern auch allen anderen Anbietern ermögliche, ihre Antennen auf den 5 Türmen aufzubauen.

Die gewählten Standorte sind auch für ein flächendeckendes und gemeindeübergreifendes Sendenetz notwendig. Das heißt: An den Grenzen zu Löningen, Lastrup oder Werlte werden Häuser in den Randbereichen auch über Nachbartürme und umgekehrt versorgt. Insgesamt werden im Kreis Cloppenburg in allen Orten rund 80  Masten aufgebaut. Für die Kommune selbst entstehen keine Kosten, sie stellt lediglich die 10 mal 10 Meter Grundfläche für die Türme zur Verfügung.

Bürgermeister Hage bewertete dieses Angebot als Brückentechnologie, denn gleichzeitig werde der Breitbandausbau vorangetrieben. Dies werde in den kommenden 4 Jahren von Kreis und Kommunen gemeinsam finanziert.

Internet inzwischen zentraler Standortfaktor

Lindern trägt einen Anteil von 800.000 Euro. Der CDU-Fraktions-Vorsitzende Wilhelm Kollmer-Heidkamp erinnerte daran, dass die Internet- und Handyempfangsmöglichkeiten sich inzwischen zum zentralen Punkt in der Standortbewertung entwickelt hätten. Vor diesem Hintergrund seien die schnell verfügbaren Angebote von ETN nur mit Nachdruck zu begrüßen. Noch im vergangenen Jahr hätten sich Telekom und EWE geweigert, die neuen Siedlungsgebiete mit Glasfaser zu versorgen, erinnerte SPD-Sprecher Heinz Robben. Die durch ETN geschaffenen Möglichkeiten seien von Vorteil für alle Bürger, auch für die im Ort selbst.

Grabungen an der Löninger Straße sind ein Muss

Sichtlich um passende Worte bemüht informierte der Bürgermeister in seinen Mitteilungen über die „Sandkastenspiele von Lindern“. So nennen einige Bürgerinnen und Bürger die archäologischen Grabungen, die vor Baustart in einem Baugebiet unter bestimmten Voraussetzungen vorgesehen sind. Aus dieser Nummer komme die Gemeinde nicht raus. Es werde eine Menge Sand bewegt, meinte Hage. Aktuell untersuche ein Team von Archäologen einen Teil des neuen Baugebiets an der Löninger Straße auf Spuren früherer Besiedlung. Das habe die Kreisverwaltung auf dieser Eschfläche, in der Funde durch die aufgebrachte Plaggenschichten konserviert wurden, als Voraussetzung für die Genehmigung angeordnet. Die Suche nach Verfärbungen als letzte Spuren von Gebäuden und Tonscherben kostet die Gemeinde rund 250.000 Euro.  

Die Kosten von 250.000 Euro werden umgelegt

Die Gemeinde müsse und werde diese Kosten auf die Käufer der Grundstücke umlegen, hieß es. Die Nachfrage nach den rund 30 Grundstücken ist nach Hages Angaben riesengroß: Es liegen über 70 Anfragen vor. Er hoffe, dass der Zeitplan eingehalten werde. Er habe es dankend abgelehnt, dass ihm nach dem Ende der Grabungen die gefundenen Scherben überreicht würden.

Nach Aussagen der Archäologen sei Lindern deutlich älter als bisher angenommen. Es seien Spuren von Häusern entdeckt worden, die mindestens 3.000 Jahre alt seien. Aktuell sei eine aufwändige sogenannte Phosphatprüfung geplant, die unter anderem Tierhaltung nachweisen soll.

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