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Schneller reagieren

Thema: Der Öl-Anschlag auf 70 Kunstwerke auf der Museumsinsel ist erschreckend. Die Behörden hätten aber gewarnt sein können.

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Noch ist das Motiv unklar, fehlt jedes Bekennerschreiben. Der oder die Täter müssen am Tag der Deutschen Einheit aber viel Zeit in den verschiedensten Einrichtungen der Berliner Museumsinsel verbracht haben.

Erschreckend ist aber nicht nur, dass es gelingen konnte, mit dem Besprühen von über 70 Kunstwerken und Antiken einen der schlimmsten Angriffe dieser Art in der Bundesrepublik zu begehen. Fragen muss man sich auch, warum es in den verschiedenen Museen nicht gelungen ist, die Tatausführung zu erkennen und zu verhindern? Und warum wurde von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Polizei dieser Öl-Anschlag bis jetzt geheim gehalten? Das mag zu Beginn der Ermittlungen aus taktischen Gründen richtig gewesen sein. Zu kritisieren ist aber deutlich, dass andere Museumseinrichtungen nicht einmal vor möglichen Anschlägen gewarnt wurden.

Gewarnt sein hätten die Behörden aber auch vor der jetzigen Attacke. Denn schon im August verbreitete der rechtsradikale Verschwörungsideologe Attila Hildmann gefährliche Thesen. Er sprach vom „Thron des Satans“ im Pergamonmuseum. Dies sei das Zentrum der „globalen Satanisten-Szene und Corona Verbrecher“ behauptete er. Er bezeichnete das Museum als Ursprung allen Übels auf der Erde und forderte zugleich den Abriss des Allerheiligsten dieser Satanisten. Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel privat in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt, dürfte dabei auch eine Rolle gespielt haben. Der Staat, das zeigt sich hier, muss auf geistige Brandstiftung dieser Art besser vorbereitet sein und vor allem schneller reagieren.

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