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Schnell, teuer, wirksam

Thema: Israel als Vorbild einer Impfstoff-Strategie - dort sind bereits 50 Prozent der Menschen geimpft. Anders als hier: Die Impfstoff-Beschaffung ist ein Desaster - mit drastischen Konsequenzen.

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Der Optimist erkennt im Corona-Chaos auch gute Nachrichten: Der Lockdown scheint zu wirken, die 7-Tages-Inzidenz ist bundesweit seit Oktober 2020 zum ersten Mal wieder unter 100 gesackt. Ebenfalls positiv: Die zugelassenen Impfstoffe wirken auch bei den bislang bekannten Mutationen des Virus. Die schlechte Nachricht: Es gibt kaum Impfdosen. Vor allem in Europa nicht.

Dass es anders geht, beweist Israel: Schnell bestellt, teuer bezahlt, wirksam verabreicht. 50 Prozent der Bevölkerung sind bereits geimpft, ein 99-prozentiger Schutz wurde dabei festgestellt. Selbst bei der sehr geringen Zahl der Menschen, die sich trotz der Impfung infizierten (0,01 Prozent), gab es einen so harmlosen Verlauf, dass niemand im Krankenhaus behandelt werden musste und so das Gesundheitssystem deutlich entlastet werden konnte. In Deutschland sinken die Infektionszahlen nicht etwa wegen einer ausgeklügelten und gut vorbereiteten Impfstrategie, sondern aufgrund der Disziplin und der Solidarität der Menschen. Und auf Kosten der betroffenen Unternehmen. 

Jedoch haben Schuldzuweisungen mehr mit Wahlkampfgetöse als mit lösungsorientiertem Handeln zu tun. Natürlich brauchen wir alle eine möglichst langfristige Perspektive, doch die bittere Wahrheit ist: Niemand kann sie seriös und verlässlich geben.

Tatsache bleibt: Die Impfstoff-Beschaffung ist ein Desaster mit drastischen Konsequenzen. Insgesamt sind bis jetzt rund 55.000 Covid-19-Patienten in Deutschland gestorben, täglich kommen etwa 1000 hinzu. Nicht nur eine Zahl, die hoffentlich jeden Grippe-Vergleich-Fan endlich verstummen lässt. Es sind auch 1000 traurige persönliche Schicksale. Jeden Tag.

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