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Schlechte Ergebnisse oder gar kein Fortschritt

Thema: 1,2 Millionen Euro für Autobahn-App – Die Regierung hat viel Steuergeld für die Entwicklung einer nutzlosen App ausgegeben. Ein neuer Beweis für ihre digitale Unfähigkeit und Hybris.

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Nahezu unbemerkt hat die Autobahngesellschaft des Bundes eine App auf den Markt gebracht. Die kann das, was Google Maps, die ADAC-App oder die Verkehrsinfos der öffentlich-rechtlichen Rundfunkstationen auch können: Staus und Baustellen anzeigen sowie vor Fahrtantritt eine Route ausrechnen. Navigieren kann sie nicht, gekostet hat sie, wie man dank einer parlamentarischen Anfrage der Grünen jetzt weiß, 1,2 Millionen Euro. 

Dass Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer der langen Liste seiner Peinlichkeiten damit einen weiteren Punkt hinzufügt, ist ebenso nur ein Randaspekt wie der erneute Beweis für die digitale Unfähigkeit staatlicher Stellen. Viel schlimmer ist die deutsche Hybris, alles Digitale selbst oder neu entwickeln zu wollen. Denn das führt nicht nur zu schlechten Ergebnissen, in den meisten Fällen bedeutet es vor allem, das einfach gar nichts vorangeht. So wie beim E-Government beispielsweise.

Deutschland könnte sich an 20 EU-Staaten ein Vorbild nehmen

Beim EU-Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) lag Deutschland 2020 bei der Online-Interaktion zwischen Behörden und Bürgern auf Platz 21 der damals noch 28 Mitgliedsstaaten. Es gibt also allein in der EU 20 Länder, bei denen man sich anschauen kann, wie es besser geht – allen voran die baltischen Staaten. Und sicher gibt es dort auch Lösungen, die man übernehmen und für die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Das wäre ein Thema für die nächste Bundesregierung. Zur Not darf es dafür auch ein Digitalministerium geben - solange es nicht von Andreas Scheuer geleitet wird.

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