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Scheinheiligkeit ablegen

Thema: Woelki und die Missbrauchsfälle - Der Kardinal ziert sich nach wie vor, transparent mit den Missbrauchsfällen in der Kirche umzugehen. Die Rechnung dafür bekommt er täglich.

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Die katholische Kirche bekleckert sich dieser Tage wieder mal nicht mit Ruhm. Der Fall Woelki ist dem Himmel nicht so nah, wie es der Name vielleicht vermuten mag.

Ganz im Gegenteil: Der Kardinal hält die Gutachten zum sexuellen Missbrauch von Kindern unter Verschluss. Und das, obwohl sie seit längerem fertig sind. Der Grund: rechtliche Bedenken. Wovor? Dass die Wahrheit ans Licht kommt und die Kirche möglicherweise in eine noch tiefere Krise stürzt? Das Vertrauen in die von jeher felsenfeste Institution schwindet seit langem. Das zögerliche Auftreten Woelkis torpediert den Negativtrend.

Klartext: Das Verhalten des Geistlichen ist - wohlbemerkt mit der höchstrangigen Würde nach dem Papst - schlichtweg nicht nachvollziehbar. Er wirbt mit Transparenz. Konsequenter Aufklärung. Davon ist bisweilen jedoch wenig bis gar nichts zu sehen.

Eine Antwort folgt prompt: Zahlreiche Katholiken reflektieren das Nichtstun des Klerus. Ziehen ihre Konsequenzen. So waren am Wochenende die Server des Erzbistums Köln stark überlastet, weil viele Gläubige zahlreiche Terminwünsche übers Portal anfragten. Und zwar, um aus der Kirche auszutreten.

Zur Verteidigung Woelkis: Die MHG-Studie von 2018 zeigt weniger Fälle als die bisher veröffentlichten. Er möchte deshalb Gewissheit über die Zahlen. Wissen, in welchen Fällen es wirklich nur Kleriker waren. Allein der Gedanke, hier differenzieren zu wollen, ist mehr als absurd. Missbrauch bleibt Missbrauch - auch wenn er in der katholischen Kirche passiert. Es ist an der Zeit, dass die Verantwortlichen ihre Scheinheiligkeit ablegen. So schnell wie möglich.

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