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Scheinbare Gerechtigkeit

Thema: Bündnis will schnell eine Klimaprämie – Beim Klimaschutz ist deutlich mehr Tempo angesagt. Zugleich aber ist von enormer Bedeutung, dass es keine sozialen Verwerfungen gibt.

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Kein Zweifel: Beim Klimaschutz ist deutlich mehr Tempo angesagt. Zugleich aber ist von enormer Bedeutung, dass es keine sozialen Verwerfungen gibt. Der Kampf gegen den Klimawandel erfordert einen breiten Konsens. Umso mehr ist weiterhin Aufklärung und Überzeugungsarbeit notwendig, um die Notwendigkeit der Energiewende und der massiven Reduzierung beim Ausstoß von Treibhausgasen zu verdeutlichen.

Aufklärung hat immer mit Ehrlichkeit zu tun – das muss auch mit Blick auf die Kosten gelten, die über Jahre für Bürger sowie für die Wirtschaft immens sein werden. Die Politik muss darüber hinaus kluge Strategien entwickeln, um noch bessere Anreize für klimaschonendes Verhalten zu schaffen. Auch Ausgleichszahlungen sind zwingend geboten, von denen die sozial Schwächeren mehr profitieren als andere.

"Die jährliche Klimaprämie muss gestaffelt zum noch deutlicheren Vorteil der sozial Schwächeren sein, sonst ist es nur eine scheinbare Gerechtigkeit."Giorgio Tzimurtas

In diese Richtung geht die Forderung des Bündnisses aus Umwelt- und Sozialverbänden sowie von Kirchen, eine Klimaprämie von etwa 130 Euro jährlich pro Kopf einzuführen. Doch der Vorstoß greift zu kurz, obwohl er durch eine Studie abgesichert ist. Etliche Menschen haben Gehälter, mit denen sie eher schlecht als recht über die Runden kommen.

Ein Fünftel der Arbeitnehmer in Deutschland ist im Niedriglohnsektor beschäftigt. Für sie und für all die vielen Werktätigen, die geringfügig mehr verdienen, sind 130 Euro im Jahr ein Tropfen auf den heißen Stein – insbesondere, wenn sie auf ein Auto angewiesen sind, um ihrem Job nachzukommen. Die jährliche Klimaprämie muss gestaffelt zum noch deutlicheren Vorteil der sozial Schwächeren sein, sonst ist es nur eine scheinbare Gerechtigkeit.

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