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Satellitenaufnahmen sollen Massengrab bei Mariupol zeigen

Luftbilder aus dem Vorort Manhusch sollen ein Massengrab entlang einer Straße dokumentieren. Örtliche Behörden sprechen von Gräbern für bis zu 9000 Leichen – überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

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Ein Maxar-Satellitenfoto von Manhusch – rund 20 Kilometer westlich von Mariupol – soll ein Massengrab parallel zu einem Straßenverlauf zeigen. Foto: dpa/Maxar Technologies

Ein Maxar-Satellitenfoto von Manhusch – rund 20 Kilometer westlich von Mariupol – soll ein Massengrab parallel zu einem Straßenverlauf zeigen. Foto: dpa/Maxar Technologies

In der Nähe der von russischen Truppen belagerten Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine sollen Medien zufolge Satellitenbilder auf ein mögliches Massengrab hinweisen.

Der US-Satellitenfotodienst Maxar verbreitete Aufnahmen, die mehrere ausgehobene Grabstellen im Vorort Manhusch zeigen sollen. Örtliche Behörden sprechen davon, dass in Manhusch Tausende Zivilisten begraben seien. Die ukrainischen Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

„New York Times“: 300 Grabstellen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte von Zehntausenden Toten in der wochenlang umkämpften Hafenstadt gesprochen. Zu dem jetzt entdeckten, mutmaßlichen Massengrab hat sich Selenskyj bisher nicht öffentlich geäußert. Die Informationen gehen auf den Stadtrat von Mariupol und von Bürgermeister Wadym Bojtschenko zurück, die von Gräbern für bis zu 9000 Leichen sprechen, selbst aber nicht mehr vor Ort sind.

Das Maxar-Satellitenfoto von Manhusch – rund 20 Kilometer westlich von Mariupol – soll ein Massengrab parallel zum Straßenverlauf in der Nähe eines Friedhofs zeigen. Nach einem Bericht der US-Zeitung „The New York Times“, die die Aufnahmen nach eigenen Angaben analysiert hat, gibt es dort etwa 300 ausgehobene Grabstellen. Sie sollen innerhalb von zwei Wochen zwischen März und April angelegt worden sein, wie ein Vergleich der Aufnahmedaten gezeigt habe.

London warnt vor hohen Verlusten bei Stahlwerk-Sturm

Unterdessen warnen britische Geheimdienstexperten, dass russische Truppen bei einem Sturm auf das umzingelte Stahlwerk Azovstal in Mariupol hohe Verluste zu erwarten hätten. Die Entscheidung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, eine Blockade um das Stahlwerk zu errichten, weise auf den Wunsch hin, den ukrainischen Widerstand in Mariupol in Schach zu halten und russische Streitkräfte für den Einsatz in anderen Teilen der östlichen Ukraine verfügbar zu machen, heißt es im täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums.

Mariupol war kurz nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges vor zwei Monaten eingekreist worden. Einzig in dem Azovstal-Werk harren noch mehrere Hundert ukrainische Soldaten aus. Bei ihnen sollen nach ukrainischen Angaben zudem noch etwa 1000 Zivilisten sein.

Putin hatte die Stadt am Donnerstagmorgen für erobert erklärt. Präsident Selenskyj widersprach in einer Videobotschaft: Die Stadt widersetze sich weiter Russland. „Trotz allem, was die Besetzer über sie sagen.“

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