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Russland meldet Fall von Mariupol

Seit Wochen toben die Kämpfe um Mariupol. Nun meldet Russland den Fall der Stadt. Ein eingekesseltes Stahlwerk mit Zivilisten und Verwundeten soll abgeriegelt werden. Die Ukraine fleht um Hilfe.

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Wladimir Putin und der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu, zeigen sich im Staatsfernsehen. Foto: dpa

Wladimir Putin und der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu, zeigen sich im Staatsfernsehen. Foto: dpa

Russland hat die seit fast 2 Monaten umkämpfte ukrainische Hafenstadt Mariupol nach eigenen Angaben vollständig eingenommen. Das teilte Verteidigungsminister Sergej Schoigu bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin mit.

"Die verbliebenen ukrainischen Kampfeinheiten haben sich auf dem Industriegelände der Fabrik Azovstal verschanzt", sagte Schoigu. Präsident Putin ordnete an, das Stahlwerk nicht zu stürmen. Ein entsprechender Befehl solle zurückgenommen werden. Die Kämpfer in den Katakomben sollten die Waffen niederlegen. "Die russische Seite garantiert ihnen das Leben", sagte Putin. Er sprach von einem Erfolg und der "Befreiung Mariupols" und ordnete an, die beteiligten Militärs auszuzeichnen. "Sie sind alle Helden", sagte Putin.

Nach Darstellung Schoigus sind die ukrainischen Einheiten vollständig blockiert. Der Minister sagte, dass die Fabrik in 3 bis 4 Tagen ebenfalls eingenommen werden solle. Dort seien auch ausländische Söldner. Über die angebotenen humanitären Korridore habe niemand das Werk verlassen, sagte der Minister. Zuvor hatte die ukrainische Seite Verhandlungen vorgeschlagen über das Schicksal der Kämpfer und die Rettung von Zivilisten, die in dem Werk Zuflucht gesucht hätten.

Humanitäre Korridore gefordert

Schoigu teilte zudem mit, dass die Stadt stark vermint sei. "Alle wichtigen Objekte der städtischen Infrastruktur, darunter auch der Seehafen und das Fahrwasser wurden nicht nur vermint, sondern auch noch blockiert durch Schwimmkräne", sagte er. Vielen ausländischen Schiffen sei dadurch die Ausfahrt verwehrt worden.

Die ukrainische Regierung forderte von Russland für das Stahlwerk nahe der Stadt die Einrichtung eines humanitären Korridors. «Dort befinden sich gerade etwa 1000 Zivilisten und 500 verwundete Soldaten. Sie müssen alle heute aus Azovstal herausgeholt werden!», schrieb Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Donnerstag im Nachrichtenkanal Telegram. Sie rief "die Welt" dazu auf, alle Anstrengungen auf das Stahlwerk zu konzentrieren. "Das ist jetzt der Schlüsselpunkt und der Schlüsselmoment für die humanitären Bemühungen."

Sie rief "die Welt" dazu auf, alle Anstrengungen jetzt auf das Stahlwerk zu konzentrieren. "Das ist jetzt der Schlüsselpunkt und der Schlüsselmoment für die humanitären Bemühungen", betonte Wereschtschuk.

Baerbock fordert von Putin, Evakuierung der Stadt zu ermöglichen

Die südostukrainische Hafenstadt war schon kurz nach Beginn des von Putin am 24. Februar befohlenen Angriffskrieges gegen die Ukraine von russischen Truppen eingekreist worden. Mariupol hatte vor dem Krieg mehr als 400.000 Einwohner, nun sind es noch etwa 100.000. Es wurde bei den Gefechten weitgehend zerstört. Mehrere Versuche einer geordneten Evakuierung von Zivilisten schlugen fehl.

Auch die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock forderte von Putin, die Evakuierung der Stadt zu ermöglichen. "Die Lage ist nicht nur hochdramatisch, sie ist kaum zu ertragen", sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag nach einem Treffen mit ihrer estnischen Amtskollegin Eva-Maria Liimets in der Hauptstadt Tallinn.

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