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Rund 300 Teilnehmer bei Fridays for Future im Oldenburger Münsterland

In Cloppenburg und Vechta sind Klimaschützer auf die Straße gegangen. In ganz Deutschland sind 450 Aktionen angekündigt worden. Die wohl größten Kundgebungen fanden in Hamburg und Berlin statt.

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Der Protestmarsch in Cloppenburg. Foto: Martin Kessens

Der Protestmarsch in Cloppenburg. Foto: Martin Kessens

Rund 300 Demonstranten sind am Freitag für den Klimaschutz im Oldenburger Münsterland auf die Straße gegangen. Nach ersten Schätzungen haben sich in Vechta rund 200 Demonstranten dem Marsch durch die Innenstadt angeschlossen – in Cloppenburg sind es laut Polizeiangaben wiederum über 100 Teilnehmer gewesen.

Mit den Demosprüchen wie „Hopp, Hopp, Hopp, Kohlestopp“ zogen die Demonstrantinnen und Demonstranten vom Cloppenburger Stadtpark aus durch die Osterstraße und Mühlenstraße zur Schlusskundgebung auf den Rathausplatz. Die wohl jüngste Teilnehmerin war Polly – 2 Jahre alt. Auch viele Eltern und Großeltern unterstützten die Forderungen der meist Jugendlichen. Gertrud Luthmann war wohl eine der ältesten Teilnehmerinnen der Aktion. Die Großmutter vom 4-jährigen Franz lief in Vertretung für ihren Enkel, hatte aber ein vom Enkel selbstgemaltes Plakat mit dabei. 


Fridays for Future in Vechta. Foto: Freiwald
Fridays for Future in Vechta. Foto: Hibbeler
Fridays for Future in Vechta. Foto: Freiwald
Fridays for Future in Vechta. Foto: Freiwald
Fridays for Future in Vechta. Foto: Freiwald
Fridays for Future in Vechta. Foto: Freiwald
Fridays for Future in Vechta. Foto: Freiwald
Fridays for Future in Vechta. Foto: Freiwald
Fridays for Future in Vechta. Foto: Freiwald
Fridays for Future in Vechta. Foto: Freiwald
Fridays for Future in Cloppenburg. Foto: Kessens
Fridays for Future in Cloppenburg. Foto: Kessens
Fridays for Future in Cloppenburg. Foto: Kessens
Fridays for Future in Cloppenburg. Foto: Kessens
Fridays for Future in Cloppenburg. Foto: Kessens

Rund eine Stunde vor der Aktion in Cloppenburg hatte sich der Protestmarsch in Vechta in Bewegung gesetzt. Bei ihrem Zug durch die Innenstadt riefen die Demonstranten: „System change, not climate change“, und „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“.

Internationaler Aktionstag für mehr Klimaschutz

Die Demonstrationen im Oldenburger Münsterland sind Teil des internationalen Aktionstags für mehr Klimaschutz. Auch in ganz Deutschland und weiteren Ländern der EU wollen die Aktivisten auf die Straße gehen, um von den politisch Verantwortlichen eine ambitioniertere Klimaschutzpolitik zu fordern.

Die schwedische Initiatorin von Fridays for Future, Greta Thunberg, hat während einer Kundgebung in Berlin Deutschlands Klimapolitik kritisert. „Deutschland ist der viertgrößte Kohlenstoffdioxid-Emittent in der Geschichte, und das bei einer Bevölkerung von 80 Millionen Menschen“, sagte Thunberg vor dem Bundestag. „Deutschland ist objektiv gesehen einer der größten Klima-Bösewichte.“

Steht in Berlin im Fokus: die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Foto: Jörg Carstensen  dpaSteht in Berlin im Fokus: die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Foto: Jörg Carstensen / dpa

In ihrer Rede, die von Applaus und Zustimmung begleitet wurde, forderte sie eine Veränderung des „Systems“. Man könne sich aus der Krise nicht „herausinvestieren, bauen oder kaufen“, so Thunberg. „Und je länger sie so tun, als könnten wir die Krise innerhalb des heutigen Systems lösen, desto mehr Zeit verlieren wir.“

Tausende Demonstrantinnen und Demonstranten versammelten sich am Freitag auf der Wiese vor dem Reichstag, auch die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer sprach. Sie kritisierte die Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) für ihre Klimapolitik. „Einen Sommer lang musste sich Olaf Scholz anhören, dass sein durchgeknallter Plan, Kohle bis 2038 laufen zu lassen, zum Scheitern verurteilt ist“, sagte Neubauer. „Wir haben die Parteien dazu gezwungen, einen Sommer lang über Klimapolitik zu reden, obwohl ihre Programme dafür nicht ausreichen und das wissen sie auch selbst. Kein Wunder, dass Sie dann lügen müssen, Herr Laschet.“

Thunberg verließ später gemeinsam mit Neubauer unter Polizeischutz den Platz vor dem Reichstagsgebäude, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Zuvor hatten drei Männer die Klimaaktivistin bedrängt und beleidigt.

Baerbock macht spontanen Abstecher zu Demo in Köln

In ganz Deutschland waren laut Fridays for Future mehr als 450 Aktionen angekündigt, darunter große Kundgebungen in Hamburg, München, Köln und Freiburg.

In Köln gab es einen Überraschungsgast: Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kam unangekündigt zu einem der Treffpunkte, verabschiedete sich allerdings noch vor dem eigentlichen Beginn des Protestmarsches. Am Nachmittag wird Baerbock zum bundesweiten Wahlkampfabschluss ihrer Partei in Düsseldorf erwartet.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sah ebenfalls bei der Demonstration in Köln vorbei. Auf Twitter postete er ein Bild von sich mit anderen Teilnehmern und schrieb dazu: „Ein Segen, dass es diese Bewegung gibt. Nicht nur für junge Menschen.“

Aktionen sollen ein Appell an die nächste Bundesregierung sein

Unter dem Motto „Alle fürs Klima“ haben sich dem Protest nach Angaben von Fridays for Future auch zivilgesellschaftliche Organisationen wie Umweltverbände und Kirchen angeschlossen. Darüber hinaus sollen sich auch mehr als 4000 Unternehmen beteiligen. Die letzte weltweite Protestaktion war am 19. März dieses Jahres.

Die Aktivistin Luisa Neubauer forderte die nächste Bundesregierung zum Handeln auf: „Die kommende Legislaturperiode ist historisch. In den nächsten 4 Jahren muss Klimaschutz schneller, gerechter und konsequenter umgesetzt werden als jemals zuvor“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Die Bundesregierung verwies unterdessen auf Fortschritte im Klimaschutz. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag in Berlin, die Regierung habe ihre Anstrengungen verstärkt, um neue Klimaziele zu erreichen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe wiederholt betont, wie wichtig es sei, dass sich Menschen für den Klimaschutz einsetzen. Die Bewegung Fridays for Future habe „natürlich etwas erreicht“.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bezeichnete die Proteste ebenfalls als richtig. Scholz schrieb am Freitag auf Twitter, er sei dankbar für das Engagement von Fridays for Future. Sie hätten mitgeholfen, dass Klimaschutz oben auf der Agenda stehe. „Ich sage ausdrücklich: Dass heute #Klimastreik ist, ist richtig.“

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