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Rückendeckung für kbg-Rathaus-Konzept

Der Wirtschafts- und Planungsausschuss in Bakum ist zufrieden mit dem favorisierten Entwurf. Die SPD indes findet den Bau eines Ratssaales verzichtbar.

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So soll das neue Rathaus in Bakum aussehen. Zunächst wird wohl ohne ein Dach auf dem hinteren Teil des Gebäudes geplant. Entwurf: kbg Architekten

So soll das neue Rathaus in Bakum aussehen. Zunächst wird wohl ohne ein Dach auf dem hinteren Teil des Gebäudes geplant. Entwurf: kbg Architekten

Der Entwurf für den Rathausneubau in Bakum bekommt immer mehr Fans: Der Wirtschafts- und Planungsausschuss sprach sich einmütig für das Konzept der kbg Architekten aus Oldenburg aus. Davor hatten schon die CDU- und SPD-Fraktionen in einer Ratsinformationsveranstaltung den Entwurf befürwortet. Nun ist der Gemeinderat am Zug.

"Ich bin gespannt auf die Reaktionen aus der Bevölkerung", hatte Bürgermeister Tobias Averbeck nach der nicht-öffentlichen Ratsinformationssitzung gesagt. Zur Ausschusssitzung waren nun etwa 10 bis 15 Neugierige gekommen, um sich aus erster Hand über den favorisierten Entwurf zu informieren. Dafür standen die beiden Verantwortlichen der kbg Architekten, Claudius Grothoff und Janek Halupzok, zur Verfügung. 

Averbeck hält Dach-Ausbau für "unwahrscheinlich"

"Das Bestandsgebäude bleibt so lange stehen, bis das neue Rathaus fertig ist", versicherte Halupzok. Trotzdem könne ein Heranrücken des neuen Gebäudes an die Straße durch den linken Teil des neuen Rathauses gewährleistet werden. Dort befinde sich auch der Ratssaal. Dieser sei möglichst transparent, um die Arbeit des Gemeinderates sichtbar zu machen, erläuterte Halupzok. Für den hinteren Teil sei eine Ausbaureserve vorgesehen. Der Clou ist das geneigte Dach. Dazu sagte Averbeck: "Im weiteren Prozess muss entschieden werden, ob das Dach direkt mitgebaut werden soll." Aufgrund der derzeitigen Situation halte er das aber für unwahrscheinlich.

Zu den veranschlagten Kosten äußerte sich Halupzoks Kollege Claudius Grothoff. "Ohne den Ausbau des Dachs planen wir derzeit mit Kosten von 5,2 Millionen Euro." Diese Summe habe man aus vorherigen, ähnlichen Bauvorhaben abgeleitet. Auf den Quadratmeter gerechnet würde das neue Rathaus dann 2.050 Euro kosten. "Der Wert liegt ungefähr im Durchschnitt", meint Grothoff. Zu den bisher geschätzten Kosten kommen noch Aufwendungen für die Erschließung des Grundstücks, für die Außenanlagen und für die Einrichtung des Gebäudes hinzu. "Wir sind aber zuversichtlich, die Kostenobergrenze von 6,5 Millionen Euro nicht zu überschreiten", ist Grothoff überzeugt.

SPD-Fraktion unzufrieden mit Architektenwettbewerb

Auf den gesamten Prozess des Rathausneubaus ging der SPD-Fraktionsvorsitzende Siegfried Böckmann ein. Er hätte zwar die Ratsinformationsveranstaltung "sehr gut" gefunden. "Unzufrieden sind wir aber mit dem Architektenwettbewerb." Zur Vorgehensweise wolle die SPD-Fraktion in der kommenden Ratssitzung noch eine Gesamtbewertung abgeben.

Außerdem äußerte sich Böckmann noch zu den Kosten des Neubaus: "Gerade in dieser Zeit wäre es sinnvoll, wenn noch Kosten eingespart werden könnten." Deshalb stellte er den Antrag, das Rathaus ohne den linken Gebäudeteil mit Ratssaal und Trauzimmer zu bauen. "Als Ratssaal könnten wir wunderbar die Aula der Oberschule nutzen", schlug Böckmann vor. Und das Trauzimmer könnte in einen anderen Teil des Rathauses wandern.

Böckmanns Antrag stößt auf Ablehnung

Die anderen Ausschussmitglieder waren von dieser Idee alles andere als begeistert. So meinte der CDU-Fraktionsvorsitzende Christoph Eiken: "Ich kann mir kein Rathaus ohne Ratssaal vorstellen." Ausschussvorsitzender Hans-Rainer Hesler (CDU) gab zu bedenken, dass der Ratssaal nicht nur für die Gemeinderatssitzungen genutzt werden würde. Und Bürgermeister Averbeck wies zudem darauf hin, dass die Sitzungen in der Aula aufwendig vor- und nachbereitet werden müssten. "Diese langfristigen Kosten muss man auch mit berücksichtigen", sagte der Verwaltungschef.

"Ich kann mir kein Rathaus ohne Ratssaal vorstellen."CDU-Fraktionsvorsitzender in Bakum, Christoph Eiken

Letztendlich stimmte nur Böckmann selbst für seinen Antrag. Ebenso abgelehnt wurde sein Antrag, die Idee eines Baus ohne den Ratssaal zu prüfen, wenn die Kosten zu hoch werden würden. "Ich habe wirklich keine Angst, dass uns die Kosten weglaufen", sagte Eiken dazu. Deshalb sei ein solcher Beschluss momentan nicht notwendig.

Verwaltung soll nun die Kosten zusammenstellen

Ein Antrag Böckmanns war aber noch erfolgreich: Der Ausschuss war einstimmig dafür, die Verwaltung mit der Zusammenstellung aller Kosten zu beauftragen. Das beinhalte zusätzlich zu den Baukosten laut Böckmann alle Aufwendungen, die bisher noch nicht in der Schätzung der Architekten berücksichtigt worden sind. "Zudem sollten die Kosten für den Abriss des bestehenden Rathauses berechnet werden", sagte Böckmann.

Der Ausschuss empfahl einstimmig, die kbg Architekten mit den weiteren Planungen zu beauftragen. Jetzt ist der Gemeinderat an der Reihe: In seiner Sitzung am 29. Oktober wird endgültig über das weitere Vorgehen entschieden.

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