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RKI meldet am Samstag 14.700 Neuinfektionen

Neuer Rekordwert: Mehr als 14.700 Personen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. In der Politik wird die Frage lauter: Sollen mehr Kompetenzen auf den Bund verlagert werden?

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Symbolfoto: dpa

Symbolfoto: dpa

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstagmorgen 14.714 neue Corona-Infektionen gemeldet, so viele wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland.

Da es allerdings am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von Infektionszahlen gekommen war, könnten in der jüngsten Zahl der Neuinfektionen entsprechende Nachmeldungen enthalten sein. Auch am Samstagmorgen gab es zeitweise Unstimmigkeiten bei den angegebenen Zahlen. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung überschritt am Samstag die Marke von 10.000.

Einen neuen Todesfall hatte am Freitag auch das Vechtaer Gesundheitsamt gemeldet. Nachdem dort 363 aktive Fälle gemeldet wurden, berechnet das RKI am Samstag eine 7-Tagesinzidenz von 170,9.

Für den Landkreis Cloppenburg meldet das RKI eine 7-Tagesinzidenz von 157,6. Dieser Wert könnte noch unstimmig sein. Wie bereits berichtet, hatte es in dieser Woche eine Datenpanne gegeben. Es ist zu erwarten, dass das Landesgesundheitsamt schon am Samstag einen deutlichen höheren Wert angibt - zumal das Cloppenburger Gesundheitsamt am Freitag 126 Neuinfektionen gemeldet hat.

Insgesamt haben sich laut Angaben des RKI in Deutschland 418.005 Menschen mit dem Virus infiziert. 10.003 Menschen sind demnach seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Das sind 49 Mehr als am Vortag.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,30 (Vortag: 1,23). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Mehr Entscheidungskompetenzen für den Bund?

Vor einem erneuten Treffen von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder in der kommenden Woche werden die Rufe nach schärferen und vor allem einheitlicheren Corona-Regeln lauter.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier sprach sich wie zuvor Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dafür aus, notfalls auch mehr Kompetenzen auf den Bund zu verlagern. «Entscheidungen eines einzelnen Bundeslandes können Auswirkungen auf alle anderen Bundesländer haben. Deshalb brauchen wir dringend mehr gemeinsame Entscheidungen», erklärte er in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Entweder durch alle Länder zusammen oder - wo das zu schwerfällig ist - auf Bundesebene, wo die Länder ja durchaus beteiligt sind», fügte er offenbar mit Blick auf den Bundesrat hinzu.

Auch Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat Gesprächsbedarf, will aber zunächst abwarten, ob die letzten Beschlüsse von Bund und Ländern wirken. Sein Land habe sie schnell umgesetzt. «Ob diese ausreichen, wird sich in den kommenden zehn bis vierzehn Tagen zeigen. Diese Zeit sollten wir abwarten, bevor wir weitere Schritte einleiten», sagte er ebenfalls «Bild».

Kanzlerin Angela Merkel hat ihren Unmut offen gezeigt: Die getroffenen Maßnahmen gehen ihr nicht weit genug. Foto: dpaKanzlerin Angela Merkel hat ihren Unmut offen gezeigt: Die getroffenen Maßnahmen gehen ihr nicht weit genug. Foto: dpa

Merkel hatte sich bereits mit den Beschlüssen der vergangenen Runde mit den Ministerpräsidenten vor eineinhalb Wochen unzufrieden gezeigt. «Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwenden», sagte die CDU-Politikerin bei den Beratungen laut Teilnehmern. Wenige Tage später hatte sie in einem dramatischen Videoappell die Bevölkerung aufgefordert, auf jede unnötige Reise oder Feier zu verzichten und zu Hause zu bleiben.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der in der Corona-Krise eher auf Merkels Linie liegt, will trotz zunehmender Kritik an seinem eher strikten Kurs festhalten. «Ich habe keinen Grund, meinen Kurs zu ändern», sagte der CSU-Chef der «Augsburger Allgemeinen» (Samstag). «Wir haben mit allen grundsätzlichen Einschätzungen Recht behalten.»

Für den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach gibt es nur zwei Möglichkeiten: freiwillige Kontaktbeschränkungen eines Jeden oder «immer neue Zwangs-Lockdowns». «Wird das Virus laufen gelassen, schießen die Zahlen so schnell in die Höhe, dass die Krankenhäuser überfordert sind und viel zu viele Menschen an Corona sterben», sagte der schon seit Monaten warnende Epidemiologe der «Neuen Osnabrücker Zeitung» («NOZ»/Samstag). «Wir müssen also ganz schnell die persönlichen Kontakte herunterfahren, damit wir nicht in einem Monat im Gesundheitsnotstand aufwachen.»

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