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"Richtfunk bietet zeitnahe Perspektive"

Die Gemeinde Bösel will sich mit einer neuen Richtfunktechnologie flächendeckend mit einem Technikmix aus schnellem Internet, Fernsehen und Mobilfunkempfang versorgen.

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Position der Masten: Sie sorgen für die größtmögliche Abdeckung. Grafik: EmslandTel.Net

Position der Masten: Sie sorgen für die größtmögliche Abdeckung. Grafik: EmslandTel.Net

Die Gemeinde Bösel will sich – wie bereits einige andere Kommunen des Landkreises – mit einer neuen Richtfunktechnologie flächendeckend mit einem Technikmix aus schnellem Internet, Fernsehen und Mobilfunkempfang versorgen. Dem hat der Gemeinderat in einem Umlaufbeschluss zugestimmt.

Der im Emsland ansässige Breitband-Infrastruktur-Anbieter ETN Group hat sich auf IT- und Kommunikationslösungen spezialisiert. Bürgermeister Hermann Block und der für die Bauleitplanung zuständige Mitarbeiter der Gemeinde, Martin Schmidt-Ro-schow, informierten darüber jetzt in einem Pressegespräch. "Ich bin dankbar, dass wir damit eine zeitnahe Perspektive in einem überschaubaren Aufwand gefunden haben", freute sich Block. Ausgestattet seien damit auch Ortsteile, die bisher keine Möglichkeiten hätten, schnelles Internet, geschweige denn problemlosen Mobilfunk nutzen zu können. Er denke dabei nicht nur an Privathaushalte und Gewerbe, sondern auch an die vielen Stallanlagen in unbesiedelten Lagen.  

Das Gute zudem: Der rasche Ausweg aus der Misere kostet die Gemeinde kein Geld. Lediglich gemeindeeigene Flächen für die Errichtung von 50 Meter hohen Gitterfunkmasten müssen bereitgestellt werden. Diese Höhen-Dimension ist deshalb erforderlich, damit der Richtfunk mit kleinen Antennen an den Häusern und dem entsprechenden Winkel über Höhen und sonstige störende Hindernisse wie Bäume hinwegkommt.

Strahlenbelastung ist vergleichsweise gering

Finanziert wird die Investition der Firma über die Verträge, die Kunden mit ihr abschließen. Sie würden sich im Rahmen des Programms auch anderer Anbieter bewegen. So sollen ein 1-Gbit/s-Internet-Anschluss und weitere Leistungen rund 30 Euro kosten. Die Strahlenbelastung sei vergleichsweise gering gegenüber anderen elektronischen Geräten im Haushalt und des täglichen Gebrauchs, versichert der Hersteller.

Alle Mobilfunkanbieter könnten die Masten mitbenutzen, so Schmidt-Roschow. Über deren Standorte hat der Rat bereits entschieden: Bösel Nord-Ost in der Korsorsstraße/Zur Lage-Straße, in Petersdorf am Sportplatz und in Bösel-Ort ebenfalls am Sportplatz. Für Bösel Nord-West soll im südlichen Edewechterdamm eine Lokalität möglicherweise unter Einbeziehung einer Lage im Stadtgebiet Friesoythe bestimmt werden. Damit könnten beide Kommunen von den Synergien und Überlappungen profitieren, erklärte er.

Der Landkreis Cloppenburg und die kreisangehörigen Städte und Gemeinden engagieren sich gemeinsam bereits seit Jahren für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur in unterversorgten Gebieten, den sogenannten "weißen Flecken". In der Corona-Krise räche sich die bislang schleppende Umsetzung, stellte Block fest. Er erinnerte daran, wie wichtig flächendeckende digitale Infrastruktur sei, damit man mit der zusätzlichen Belastung durch Homeoffice und Videokonferenzen gut zurechtkomme. Mit einer solchen virtuellen Zusammenkunft informierten die beiden Gemeindevertreter auch die vom Bau der Masten betroffenen Vereine. Block erwartet die Umsetzung für das Frühjahr 2022.

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