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Retten, was zu retten ist

Thema: Gerhard Schröder legt seinen Posten bei Rosneft nieder – Die Entscheidung kommt zu spät, um das Ansehen des Altkanzlers wieder zu heben. Sie dürfte damit auch nichts mehr zu tun haben.

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Nun schmeißt er also doch hin: Dass Gerhard Schröder seinen Aufsichtsratsposten beim Energieriesen Rosneft abgeben würde, war in den vergangenen Wochen zwar vielfach gefordert, am Ende aber kaum noch erwartet worden. Zu starrsinnig hatte der Altkanzler an seiner Männerfreundschaft mit Kriegstreiber Wladimir Putin festgehalten.

Die von russischen Truppen umzingelten Ukrainer rief er noch kurz vor der Invasion in seinem gewohnt herablassenden Ton dazu auf, doch bitteschön das "Säbelrasseln" zu unterlassen. Das war infam, und auch wenn Schröder den Krieg später als Fehler bezeichnete, rückte er doch nie erkennbar von der Seite Putins ab. Peinlich war auch sein Versuch, mit einem Husarenritt nach Moskau mal eben für Frieden zu sorgen. Natürlich musste er scheitern.

Dass der bockige Hannoveraner inzwischen zur Einsicht gekommen sein könnte und sich ehrlich mit seiner Rolle als Steigbügelhalter für die russische Öl- und Gasindustrie auseinandergesetzt hat, ist  unwahrscheinlich. Er mache nicht auf "mea culpa", hatte Schröder noch vor einem Monat betont. Vielmehr dürften der Verlust seiner Privilegien und die Ankündigung des Europaparlaments, ihn auf die Sanktionsliste gegen russische Oligarchen zu nehmen, zum Verzicht geführt haben. Schröder wäre nicht Schröder, würde er nicht zuerst an sich selbst denken. Und da es um seinen guten Ruf längst geschehen ist, bleibt ihm nur noch die Sicherung des eigenen Besitzstandes. Für einen Mann mit einer durchaus beeindruckenden Biografie ist das erbärmlich.

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