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Regierung: Wachsende Zahl von Wölfen in den Griff bekommen

Die Zahl der Wölfe in Niedersachsen steigt seit Jahren. Halter klagen über Angriffe auf ihre Tiere. SPD und CDU wollen den Wolf nun ins Jagdrecht aufnehmen und eine Bestandsgrenze definieren.

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Das Leineschloss, Sitz des niedersächsischen Landtags. Hier werden wichtige Entscheidungen getroffen. Foto: dpa/Dittrich

Das Leineschloss, Sitz des niedersächsischen Landtags. Hier werden wichtige Entscheidungen getroffen. Foto: dpa/Dittrich

Zur Eindämmung der wachsenden Zahl von Wölfen in Niedersachsen haben SPD und CDU im Landtag die Aufnahme ins Jagdrecht sowie das Festlegen einer Bestandsgrenze gefordert. Werde diese Zahl überschritten, sollen Wölfe leichter abgeschossen werden dürfen, wenn sie Tierhaltern Probleme bereiten, heißt es in dem von den Regierungsfraktionen am Mittwoch eingebrachten Antrag. Unterstützung für den Vorstoß gab es von der FDP und aus den Reihen der AfD. Der Grünen-Abgeordnete Christian Meyer sprach von Augenwischerei - die Jagd auf Problem-Wölfe werde mit der Aufnahme ins Jagdrecht nicht erleichtert, der Wolf stehe unter Schutz.

"Unser Ziel ist es, Schaf- und Ziegenhalter zu unterstützen", sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD). Bei der Festlegung einer Bestandsgrenze werde Niedersachsen nicht auf den Bund warten, sondern ein eigenes wissenschaftliches Gutachten erstellen lassen. Außerdem sollten biologisch vertretbare Jagdzeiten geschaffen werden. In Niedersachsen gibt es derzeit rund 350 Wölfe. Jährlich werden es mehr und die Zahl der Übergriffe auf Nutztiere nimmt zu.

"Der Bund muss nun zügig handeln, um den anderen Regionen dieses Schicksal zu ersparen."Frank Schmädeke, CDU-Abgeordneter

"Die Idee, unsere Weidetiere einfach flächendeckend mit sogenannten wolfsabweisenden Zäunen zu sichern und Halter für die Risse zu entschädigen, um damit alle Probleme zu lösen, ist gescheitert", sagte der CDU-Abgeordnete Frank Schmädeke. "Die Erfahrung zeigt: Egal, wie hoch der Zaun ist, Wölfe wachsen an dieser Aufgabe und werden den Zaun irgendwann überwunden haben."

Die verbliebenen Weidetierhalter müssten dann zuschauen, wie ihre Tiere Nacht für Nacht dezimiert werden. Entschädigungen seien kaum eine Hilfe. Die Tierhalter schmissen das Handtuch und hörten auf, wie in seinem heimischen Lichtenmoor, sagte Schmädeke. "Der Bund muss nun zügig handeln, um den anderen Regionen dieses Schicksal zu ersparen."

"Wenn wir hier nichts tun, haben wir in Niedersachsen im nächsten Jahr 500 Wölfe", sagte der FDP-Abgeordnete Hermann Grupe. "Wenn wir die Weidetierhaltung retten wollen, müssen wir jetzt handeln." Jährlich, so Grupes Rechnung, müssten in Niedersachsen 120 Wölfe abgeschossen werden. Die FDP in Niedersachsen hatte schon lange gefordert, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Der AfD-Abgeordnete Peer Lilienthal bezeichnete den Vorstoß als "einen Schritt in die richtige Richtung". Über den Antrag berät nun zunächst ein Landtagsausschuss.

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