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Ratsmitglieder streiten um Grünflächen in Baugebieten

Ursprünglich sollten Versiegelungen im Baugebiet "Krapendorfer Kämpe" auch direkt dort kompensiert werden. Nun gibt es jedoch andere Planungen, was auf Kritik stößt.

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Neues Baugebiet: Am Herzog-Erich-Ring sollen neue Grundstücke erschlossen werden. Foto: Hermes

Neues Baugebiet: Am Herzog-Erich-Ring sollen neue Grundstücke erschlossen werden. Foto: Hermes

Streit um die Grünflächen im neuen Baugebiet „Krapendorfer Kämpe“ hat es bei der jüngsten Ratssitzung gegeben. Wie die Verwaltung mitteilt, können im Zuge der Bebauungsplanung bis zu 19.000 Quadratmeter neu versiegelt werden: "Die Kompensation hierzu erfolgt in Staatsforsten und in Großenkneten." Langfristig verpflichtet sich die Stadt zudem, diese Kompensation mit einem sogenannten Bürger- und CO₂- Speicherwald im näheren Stadtgebiet zu verlagern.

"Die Beratung war zunächst positiv, doch das hat sich immer schlechter entwickelt", sagte Jan-Oskar Höffmann. Der Vorsitzende der Gruppe SPD/Linke bemängelte zudem, dass kein konkreter Zeitpunkt für den Speicherwald genannt wird. "Wann und ob der wirklich kommt, weiß niemand", so Höffmann weiter. Er halte nichts von diesen Planungen und forderte eine Kompensation im Baugebiet selbst und mit der zusätzlichen Maßnahme. Sein Antrag auf Verweisung zurück in die Beratungen wurde mit 19 Nein-Stimmen zu 18 Ja-Stimmen abgelehnt.

 "Wir sind enttäuscht über die Entwicklung und werden den Bebauungsplan so nicht mittragen."Michael Jäger, Gruppensprecher der Grünen/UWG

Unterstützung kam von Michael Jäger, Gruppensprecher der Grünen/UWG: "Wir sind enttäuscht übe." Man müsse sowieso generell umdenken und in den Baugebieten kompensieren. "Es geht nicht, dass wir Ersatzflächen ausweisen, die oftmals auch noch außerhalb des Landkreises liegen", sagte Jäger.

Prof. Dr. Marco Beeken von der Gruppe CDU/FDP/Zentrum hingegen verteidigte die Pläne: "Wir sind sehr zufrieden und werden dem zustimmen". Er warf seinen Vorrednern vor, nur "grüne PR" zu betreiben. Es sei nämlich so, dass der Formalausgleich erfolge und zusätzlich ein Speicherwald entstehen soll. "Und wir haben im Gegensatz zu anderen das Vertrauen, dass das auch wirklich so kommt." 

Nach Angaben der Verwaltung in der Beschlussvorlage biete der Bürger- und Speicherwald im Vergleich zu Grünflächen in den Baugebieten Vorteile für das Klima sowie für Natur- und Landschaft. Langfristig könne der Mischwald nicht nur einen umfassenden Beitrag zur Speicherung von CO₂ leisten, er stelle für das Kleinklima der angrenzenden Wohnbaugebiete auch eine Abkühlung an heißen Tagen dar. Somit wirke er sich positiv auf einen großen Teil des Stadtgebietes aus. Zudem gebe es einen positiven Einfluss auf die örtliche Flora und Fauna, da es ein Rückzugsort für verschiedenste Tierarten und Platz für eine abwechslungsreiche Vegetation bieten kann.

Speicherwald zwischen Umgehungsstraße und Südtangente geplant

Die Anlage der Grünflächen im Baugebiet hingegen würde in Form von Rasenflächen mit angelegten Wegen erfolgen, die vereinzelt mit Gehölzen bepflanzt sowie mit Spiel- und Aufenthaltsflächen für die Bewohner ausgestattet werden würden. "Aufgrund regelmäßiger Pflegearbeiten wäre der ökologische Nutzen gegenüber einem Wald stark eingeschränkt", so die Verwaltung. Auch der Erholungswert für die Bürger wäre in einem Wald höher als in den angelegten Grünflächen.

Aus diesem Grund sei es der Stadt wichtig, den Wald auf stadtnahen Flächen zu schaffen. Er soll vielen Bürgern auf möglichst kurzen Wegen zugänglich sein. Angedacht ist die Anlage in einem Bereich zwischen der Umgehungsstraße und der geplanten Südtangente. "Für konkrete Planungen muss das derzeit laufende Flurbereinigungsverfahren zum Bau der Südtangente abgewartet werden, dessen Ende noch nicht abgesehen werden und noch einige Zeit in Anspruch nehmen kann."

Dennoch sollten die Pläne in diesem Gebiet laut Verwaltung vorangetrieben werden: "Dies abzuwarten, würde die Bauleitplanung auf unbestimmte Zeit unnötig verzögern, was aufgrund der aktuell hohen Nachfrage nach Baugrundstücken nicht mit den städtebaulichen Zielen der Stadt Cloppenburg vereinbar wäre."

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