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Rat stellt Weichen für  Gewerbeansiedlungen

Neuenkirchen-Vördens Politiker befassen sich unter anderem mit einer Fläche von Ovobest. Einigen kommt der Klimaschutz allerdings viel zu kurz.

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Ein Knackpunkt: Der durch das Ovobest-Grundstück führende Teil der Hörster Schulweges soll wegfallen. Foto: Lammert

Ein Knackpunkt: Der durch das Ovobest-Grundstück führende Teil der Hörster Schulweges soll wegfallen. Foto: Lammert

Nur mit Bauchschmerzen haben Mitglieder der Arbeitsgruppe (AG) Klimaschutz des Neuenkirchen-Vördener Gemeinderates bei der Ratssitzung die Beschlüsse zu den Arealen „Industriegebiet südöstlich der Autobahnauffahrt Neuenkirchen-Vörden Teil 2“ und „Gewerbegebiet im neuen Teil II“ zur Kenntnis genommen. Denn: Sie hätten gerne den Klimaschutz viel mehr berücksichtigt gesehen.

Beim ersten Gebiet, das eine Fläche des Unternehmens Ovobest betrifft, votierte der Rat mit großer Mehrheit bei der von Karlheinz Rohe (CDU) geleiteten Sitzung für die erneute öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes. Für das zweite Gebiet beschlossen die Politiker ebenfalls mit großer Mehrheit den Bebauungsplan als Satzung. Es handelt sich um ein nördlich von Ovobest gelegenes Areal – ab dem Grundstück der Firma Cirkel bis zum Überschwemmungsgebiet der Vördener Aue und zur Straße Hörster Heide.

Strittig ist die Überplanung des Hörster Schulwegs

Beim Ovobest-Grundstück ging Bauamtsleiter Jürgen Rolfsen auch auf die umstrittene Überplanung des durch das Areal verlaufende Teilstücks des Hörster Schulwegs ein. Die Verwaltung arbeite an einer neuen Trassenführung. Sie werde der Politik Vorschläge machen.

Auch soll der Graben neben dem Schulweg-Teilstück verlegt werden, der das Betriebsgrundstück ebenfalls durchschneidet. Er soll zukünftig parallel zu dem an der Ovobest-Kläranlage vorbeführenden Weg verlaufen und direkt in die Aue münden.

Aus dem ersten Auslegungsverfahren habe die Gemeinde Konsequenzen gezogen, erklärte der Amtsleiter. So sehe der jetzige Entwurf des Bebauungsplanes einen fünf Meter breiten Grünstreifen zur Aue und einen direkt daran angrenzenden ebenfalls fünf Meter breiten Streifen vor, den Ovobest nicht überbauen darf. Die neuen Gebäude auf dem Gelände dürfen statt maximal 20 nun bis zu 30 Meter hoch sein.

Im Zusammenhang mit der Gebäudehöhe sprach IGNV-Ratsherr und AG-Klimaschutz-Mitglied Heinrich Hoppe von einer erheblichen Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Er hoffe, die Gemeinde erziele mit dem Unternehmen noch eine Einigung, um die Folgen abzumildern.

Bernhard Wessel (CDU) erklärte, der Wegfall des Schulweg-Teilstücks sei ein Knackpunkt. Aber die Gemeinde sollte froh darüber sein, dass Ovobest am Standort bauen wolle.

Heinz Fehrmann (IGNV) mahnte an, die neue Radwegplanung müsse parallel zur Bebauungsplanung erfolgen. Zu klären sei, wer die Kosten für die Schulwegverlegung trage und wie sich die Ovobest-Pläne auf den Wasserhaushalt auswirken. Dazu sagte Jürgen Rolfsen, nach seinen Informationen handele es sich bei den neuen Gebäuden wohl um Lagerhallen.

Gewerbeflächen sind in Neuenkirchen-Vörden Mangelware

Bei der Beratung über das „Gewerbegebiet im neuen Teil II“ stellte Heinrich Hoppe den Antrag, der Rat möge aus Gründen des Klimaschutzes bei den neuen Gebäuden Gründächer und die Fassadenbegrünung zur Vördener Aue hin verbindlich im Bebauungsplan festschreiben.

Das unterblieb, weil die Mehrheit der Politiker die Gemeinde bei der Verabschiedung des Bebauungsplanes im Zugzwang sieht und keine Verzögerung durch eine erneute Auslegung will. Denn Neuenkirchen-Vörden verfügt über keine eigenen Gewerbeflächen mehr.

Die benötigt die Gemeinde aber nach Worten Josef Schönfelds (IGNV) dringend, um sie Kleinbetrieben anbieten zu können. Denn es gebe Nachfragen von Unternehmen, die sich in dem Gewerbegebiet ansiedeln wollen. Jeder Betrieb, der in den Niedersachsenpark abwandere, bringe der Gemeinde nur noch ein Sechstel der Gewerbesteuereinnahmen statt 100 Prozent, wenn er in der Gemeinde bleibe, sagte der stellvertretende Bürgermeister.

Allerdings erklärte Bauamtsleiter Rolfsen, wegen der Straßenführung werde der Rat den Bebauungsplan ändern müssen. Dabei könnte er sich auch noch einmal mit dem Vorschlag der AG Klimaschutz befassen. Dann könnte er auch klären, ob er diese Vorgaben in den Bebauungsplan aufnehmen oder lieber zu einem festen Bestandteil der Kaufverträge machen wolle, die die Gemeinde mit den Unternehmen abschließt.

Nicole Karadag von der SPD forderte, der Rat müsse nun den Klimaschutz in die Bebauungspläne aufnehmen. Es sei wichtig, endlich den Zeitpunkt festzulegen.

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