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Rat gibt Rufbus eine letzte Chance

In Lastrup sollen die Busse 2 Jahre lang weiterfahren. Mit der Auslastung sind die Lokalpolitiker aber alles andere als zufrieden. Für die schlechten Fahrgastzahlen gebe es einen Grund, hieß es.

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Selten genutzt: Die Auslastung des Rufbusses in der Gemeinde Lastrup lässt bislang zu Wünschen übrig. Foto: Meyer

Selten genutzt: Die Auslastung des Rufbusses in der Gemeinde Lastrup lässt bislang zu Wünschen übrig. Foto: Meyer

Lastrups Gemeinderat hat sich für eine 2-jährige Verlängerung des Rufbus-Konzeptes (Moobil-Plus) ausgesprochen. Dafür sollen erneut mehr als 30.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Die Zustimmung ist allerdings an die Bedingung geknüpft, dass sich auch alle anderen Kommunen im Landkreis weiter an dem Projekt beteiligen.

Moobil-Plus war nach längerer Vorbereitung im vergangenen Jahr gestartet worden. In der Gemeinde Lastrup wurde es bislang nur in bescheidenem Ausmaß genutzt. 348 Menschen bestiegen bis März die Kleinbusse, die die Strecke M13 befahren. "Das sind 13 bis 14 Fahrgäste pro Woche", rechnete Bürgermeister Michael Kramer am Mittwoch im Rat vor. Er führte die geringe Auslastung vor allem auf die Pandemie zurück. "Sie war der entscheidende Nachteil."

Bei den Haltestellen ist nachgebessert worden

Die Planer justierten inzwischen nach. Im Laufe des Jahres sei die Konstellation der Haltestellen verändert worden. So gibt es jetzt auch eine Anbindung zum Bahnhof in Essen. Kramer ist weiter davon überzeugt, dass das Angebot demnächst verstärkt angenommen wird. Auch im Kreis Vechta, wo der Rufbus mittlerweile erfolgreich verkehrt,  habe es zunächst Akzeptanzprobleme gegeben. Marketingmaßnahmen und die positive Begleitung durch die Gemeinden hätten dann die Wende eingeleitet. 

Die Ratsmitglieder gaben dem Rufbus noch eine Chance – es dürfte allerdings die letzte sein. Er sehe täglich die leeren Busse fahren, sagte Alfons Brinker. "Das ist ja auch ein Stück-weit Umweltverschmutzung." Trotzdem stimmte der Hemmelter für die Verlängerung. Die Coronakrise lasse keine aussagefähigen Schlüsse zu, hieß es übereinstimmend. "Sollte die Strecke aber auch in 2 Jahren noch hochdefizitär sein, müssen wir den Stecker ziehen", forderte Stephan Grönheim. Über die weitere Entwicklung möchte der Rat deshalb frühzeitig informiert werden. 


Rat beschließt neue Baugebiete und Richtfunk

In seiner Sitzung verabschiedete das Gremium gleich mehrere Bauleitverfahren. So stimmte es mehrheitlich den Plänen für ein neues Baugebiet in Hemmelte zu. 24 Bauplätze sollen entstehen. Das Projekt war im Vorfeld umstritten. Anwohner der Lupinen- und der Jasminstraße fürchten eine Zunahme der Verkehrsbelastung.

Die Verwaltung ließ daraufhin 7 verschiedene Varianten ausarbeiten, von denen am Ende eine den Zuschlag erhielt. Der Verkehr im neuen Wohngebiet soll künftig zu zwei Drittel über die Darreler Straße und zu einem Drittel über die alte Siedlung abgeführt werden. Alfons Brinker (CDU) äußerte Verständnis für die Sorgen der Anwohner, verteidigte die Entscheidung aber als guten Kompromiss, mit dem man leben könne.

Ebenfalls gebaut werden darf demnächst in Hamstrup-Heidland, Kneheim und Lastrup. Der Rat machte den Weg für die Änderung und Neuaufstellung von Bebauungsplänen frei. So wird in Kneheim zwischen den Straßen Himmelriek und Tollskamp ein kleines Baugebiet entstehen. Mit den Erschließungsarbeiten soll bereits im Juli begonnen werden. Neue Häuser gebaut werden können nun auch im Bereich Fritz-Reuter-Straße/Wallstraße in Lastrup. Wie Michael Kramer berichtete, steht der nächste Bauabschnitt im Baugebiet Heiddresch ebenfalls unmittelbar vor der Entschließung. 

Der Ball liegt jetzt im Feld der ETNStephan Grönheim, Ratsherr aus Kneheim

Thema im Rat war außerdem der Richtfunk. Die Mitglieder stimmten dem Vorhaben einer emsländischen Betreiberfirma ETN zu, die im Gemeindegebiet 6 Funkmasten aufstellen möchte. Sie sollen schnelles Internet und  auch ein flächendeckendes Mobilfunknetz ermöglichen. 5 Standorte stehen bereits fest, in Kneheim laufen die Verhandlungen mit einem Flächenbesitzer noch. Zuvor waren verschiedene Gespräche  gescheitert. Er hoffe, dass es jetzt zu einer Einigung komme, sagte Bürgermeister Kramer. Ansonsten müsse ohne Kneheim weitergeplant werden. Stephan Grönheim betonte, dass sich sein Heimatort nicht gegen den Ausbau des Internets sträube. "Wir hätten jetzt eine sehr gute Lösung. Der Ball liegt im Feld der ETN." 

Neben dem Richtfunk könnte demnächst auch das Thema Wind für Gesprächsstoff in Lastrup sorgen. Die Gemeinde muss ihre Potenzialstudie zum Ausbau der Windenergie der aktuellen Rechtsprechung anpassen. Laut Windenergieerlass des Landes dürfen Kommunen keine "Verhinderungsplanung" für neue Anlagen betreiben, berichtet Michael Kramer. Künftig sollen landesweit mehr Flächen ausgewiesen und die Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Für die Gemeinde sei es wichtig, rechtlich nicht angreifbar zu sein, erklärt der Bürgermeister. Konkrete Anfragen aus der Windenergiebranche gebe es derzeit aber nicht.

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