Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Radfahrer sollen in Essen das Tempo bestimmen

In der Schulstraße sorgt die Verkehrsführung bei manchem für Verwirrung. Der Bürgermeister setzt auf den Gewöhnungseffekt. Demnächst gehen die Arbeiten auf der Hauptkreuzung weiter.

Artikel teilen:
Neues Terrain: An die Verkehrsführung in der Schulstraße muss sich der eine oder andere noch gewöhnen. Foto: G. Meyer

Neues Terrain: An die Verkehrsführung in der Schulstraße muss sich der eine oder andere noch gewöhnen. Foto: G. Meyer

Der Kindercampus an der Essener Schulstraße ist so gut wie fertig. Zurzeit wird er bepflanzt. Im Juni sollen auch diese Arbeiten abgeschlossen sein, hieß es am Montag im Planungsausschuss des Gemeinderates. An die ungewohnte Verkehrsführung müssen sich die Essener aber offenbar noch gewöhnen.

Besonders zu den Abholzeiten soll es rund um die Grundschule mitunter chaotisch zugehen, wussten Ausschussmitglieder zu berichten. Ein Lkw-Fahrer, der den Bereich am Dienstag passierte, wagte sich dort nur im Schritttempo voran. Er habe gedacht, falsch abgebogen zu sein, erklärte der sichtlich verwirrte Fahrer gegenüber OM-Online. Der Grund: Statt wie gewohnt rechts, müssen sich Fahrzeuge bei der Einfahrt in die Ortsmitte links halten, um dem Busbahnhof auszuweichen.

Bürgermeister Heiner Kreßmann kann die Verunsicherung zwar verstehen. "Es handelt sich gegenüber früher um eine Riesenveränderung." Die Orientierungsprobleme sollten sich in Kürze aber von selbst erledigen, glaubt er und kritisierte seinerseits das Verhalten mancher Eltern. "Einige würden ihre Kinder am liebsten direkt in den Klassenraum fahren". Das Tempo  im Ortszentrum sollten künftig aber nicht mehr die Autos, sondern die Radfahrer bestimmen. Sie dürfen deshalb auf der Straße fahren, was aus Sicht des ehemaligen Polizisten auch am sichersten ist. "Denn dort werden sie von den Autofahrern viel früher wahrgenommen."

An der Hauptkreuzung bei der Turm-Apotheke ist ein Mini-Kreisel geplant

Die Veränderungen im Ortszentrum standen auch sonst im Mittelpunkt der Sitzung. Nach der Schaffung des Kindercampus' an der Schulstraße und dem Ausbau der nördlichen Lange Straße soll demnächst deren südlicher Teil umgestaltet werden. An der Hauptkreuzung bei der Turm-Apotheke ist ein sogenannter Mini-Kreisel geplant. Auch die Bürgersteige und Nebenanlagen würden neu angelegt, erläuterten Vertreter des beauftragten Planungsbüros. Erneuert werden muss auch die Schmutz- und Regenwasserkanalisation in der Ahauser Straße. Dort kommt das Wasser aus den anliegenden Leitungen an. Doch die sind inzwischen deutlich größer. Die Gefahr besteht, dass sich die Massen bei Starkregen auf ihrem Weg zum Nadamer Bach rückstauen und für Überschwemmungen sorgen.

Demnächst Baustelle: Auf der Hauptkreuzung soll ein Kreisverkehr entstehen. Foto: G. MeyerDemnächst Baustelle: Auf der Hauptkreuzung soll ein Kreisverkehr entstehen. Foto: G. Meyer

Die Planer stellten auch den künftigen Generalentwässerungsplan der Gemeinde vor. Sie decken darin die Schwachstellen in dem fast 7 Kilometer langen Rohrleitungsnetz auf und machen Vorschläge, welche Bereiche zuerst saniert werden müssen. Gefunden haben sie rund 900 kleinere und größere Schäden. 10 Prozent davon sind so schwer, dass sie möglichst bald behoben werden sollten. Die gute Nachricht: Gebaggert werden muss dafür nur in seltenen Fällen, also immer dann, wenn die Rohre – wie etwa in der Burgstraße – so kaputt sind, dass sie komplett ersetzt werden müssen.

Landwirte sollen sich an Kriterienkatalog halten

Thema war auch die Landwirtschaft. Sie in der Gemeinde zu erhalten, ist das erklärte Ziel der Essener Politik. Damit Betriebe weiterhin Entwicklungsmöglichkeiten haben, hat ein Arbeitskreis einen Kriterienkatalog entworfen, den Landwirte einhalten müssen, um mit ihren Bauanträgen durchzukommen. Der Landkreis hat den Inhalt inzwischen rechtlich geprüft. Der Ausschuss sprach sich einstimmig für das Papier aus, an dem Vertreter der Parteien und der Verwaltung sowie die Landwirtschaftskammer  und die landwirtschaftlichen Vereine Essen und Bevern mitgewirkt haben. Auch Heiner Kreßmann zeigte sich zufrieden. "Wir betreiben keine Verhinderungsplanung", betonte der Bürgermeister.

Dem von der Firma Wernsing beabsichtigten Bau eines Heizwerks und weiterer Betriebsteile gaben die Ausschussmitglieder ebenfalls ihren Segen. Der Gemeinderat kann den Bebauungsplan nun in einer seiner nächsten Sitzungen beschließen.

Der neue Newsletter für Friesoythe. Immer am Donnerstag das Wichtigste aus der Eisenstadt in ihrem Postfach. So verpassen Sie nichts mehr.  Jetzt hier kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Radfahrer sollen in Essen das Tempo bestimmen - OM online