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Putin-Propaganda-Falle

Thema: Russischer Präsident spaltet die AfD – Die Partei hat sich nur zu gern von Putin instrumentalisieren lassen. Das rächt sich jetzt. Durch den Ukraine-Krieg brechen parteipolitische Fronten auf.

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Offiziell wird es verneint, dass es nach außen dringt, ließ sich aber nicht vermeiden: Zu laut muss es am vergangenen Freitag bei einer Sitzung des Bundesvorstandes geknallt haben. Und es wird zurecht weiter in der AfD-Spitze heiß diskutiert, ob Tino Chrupalla noch die richtige Besetzung für den Parteivorsitz ist.

Vorbei ist die Zeit, als sich Parteigrößen regelmäßig nach Moskau begaben, um die deutsch-russischen Beziehungen verbessern zu wollen. Während die AfD-Politiker glaubten, gegenüber Russland einen besseren Kurs als die Bundesregierung zu fahren, realisierten sie nicht, dass sie von Putin plump instrumentalisiert wurden, um den Westen zu schwächen. Kritiklos tappten sie in die Propaganda-Falle. Das rächt sich jetzt und spaltet zurecht die Partei. Gerade auch deshalb, weil immer noch AfD-Größen Putin huldigen, trotz des  Ukraine-Kriegs. So sprach der AfD-Abgeordnete Steffen Kotré jüngst im Bundestag zwar von einem völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine, man müsse auch immer die Mitschuld des Westens betrachten, mahnte er. Das ist nicht nur unerträglicher Tobak, es hat glücklicherweise auch dazu geführt, dass sich die Anständigen der Partei davon distanzieren. Norbert Kleinwächter, stellvertretender Vorsitzender der AfD-Fraktion, verließ daraufhin das Plenum und sprach anschließend von "widerlicher Putin-Propaganda", die Kotré verbreitet habe.

Der Ukraine-Krieg und die Haltung dazu hat die notwendige Debatte um die personelle Aufstellung der Partei neu entfacht. Viele Mitglieder verlassen aber bereits die AfD.  Bis zum Parteitag im Juni wird es sicher weiter knallen. 

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