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Prüft alles und behaltet das Gute

Thema: Diskussion über Segen für Homosexuelle - Weil sich wissenschaftliche und theologische Erkenntnisse über gleichgeschlechtliche Liebe weiterentwickelt haben, muss auch der Vatikan zuhören.

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Die deutschen Katholiken werden nicht still. Laien, Theologen, sogar Bischöfe ärgern sich über die Bekräftigung des Vatikans, dass homosexuelle Paare keinen Segen empfangen dürfen.

Sind sie alle vom rechten Weg abgekommen? Nein! Sicher, die säkularisierte Öffentlichkeit erhebt mitunter Forderungen gegenüber der Kirche, die diese nicht erfüllen kann, ohne den christlichen Kern aufzugeben.Doch bei diesem Thema ist es anders. Die Segnung von homosexuellen Paaren wird nicht etwa deshalb auch innerkirchlich gefordert, weil manche Christen vergessen haben, was es heißt, „Salz der Erde“ zu sein.

Was früher als wahr galt, ist heute gesichert falsch

Sondern weil wissenschaftliche Erkenntnisse sie überzeugt haben. Etwa diese: Die kirchliche Sexualmoral, stark geprägt von antiken Autoren wie Clemens von Alexandrien oder Augustinus von Hippo, basiert teilweise auf falschen Annahmen. Die hatten die Kirchenlehrer aus der griechischen Philosophie übernommen.

Etwa jene, dass Homosexualität nur ein Laster sei, keine Veranlagung. Und, noch wichtiger: Dass das ganze menschliche Leben im männlichen Samen angelegt sei. Werde dieser nicht zur Fortpflanzung genutzt (wie beim schwulen Geschlechtsverkehr), werde menschliches Leben vernichtet. Eine Falschannahme.

Theologen und Humanwissenschaftler kommen daher zu einer Neubewertung so mancher kirchlicher Sexualnorm. Ihnen sollte auch der Vatikan zuhören. Und schauen, was im Lichte der Erkenntnisse des 21. Jahrhunderts überarbeitet werden muss. Wie heißt es so schön bei Paulus: „Prüft alles und behaltet das Gute.“ Das Falsche können wir ablegen.

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