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Proteste in Iran: Silvia Breher solidarisiert sich und übernimmt Patenschaft für Shora Fekri

Die 32-jährige Fekri sitzt in Iran in Haft. Wie es ihr geht, weiß niemand. Weil Schicksale dieser Art die Abgeordneten bewegen, sind bereits 120 ähnliche Patenschaften übernommen worden.

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Silvia Breher aus Lindern. Foto: dpa

Silvia Breher aus Lindern. Foto: dpa

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher aus Lindern solidarisiert sich mit allen, die aktuell gegen das islamische Regime in Iran protestieren. Sie habe außerdem eine "politische Patenschaft" für die inhaftierte Iranerin Shora Fekri (32) übernommen, heißt es in einer Mitteilung des Büros der stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden. Sie hoffe sehr, durch ihren Einfluss Fekri helfen zu können.

"Shora Fekri ist eine junge Frau, die am 19. oder 20. November nachts auf der Straße in Amol in der Provinz Mazandaran festgenommen wurde. Seitdem befindet sie sich dort im Gefängnis. Was ihr konkret vorgeworfen wird und die Umstände ihrer Verhaftung sind nicht bekannt. Ihre Festnahme ist aber Teil der Verhaftungswelle, mit der das iranische Regime die Proteste zu bezwingen versucht", schreibt Breher über das Schicksal ihres Schützlings.

Fekri habe Wirtschaft studiert, klettere leidenschaftlich gerne und habe damit auch ihr Geld verdient. Vielleicht habe auch das die Sittenwächterinnen und Wächter in Iran gestört.

Ziel: Den Druck auf die islamische Regierung zu erhöhen

Um die 32-jährige Iranerin vor Willkür, Folter oder dem Tod zu bewahren, habe sie nun die politische Patenschaft übernommen, so Breher. Sie habe sich unter anderem an den iranischen Botschafter in Berlin gewandt, teilt die CDU-Bundestagsabgeordnete mit. Zudem wolle sie ihre Social-Media-Kanäle nutzen, um auf den Fall aufmerksam zu machen.

Hintergrund: Vor 3 Monaten starb die 22-jährige Mahsa Amini. Ihr Tod löste in Iran eine Protestwelle aus, die bis heute anhält. Die Staatsführung reagierte mit Gewalt, Inhaftierungen, Folter und Hinrichtungen. Mittlerweile seien bis zu 18.000 Menschen inhaftiert, mindestens 448 Menschen seien umgebracht worden und 26 drohe die Todesstrafe. Zwei Todesurteile wurden bereits verhängt, heißt es in weltweiten Medienberichten.

Eine politische Patenschaft bedeutet, dass Abgeordnete des Bundestags sich für einen konkreten politischen Gefangenen einsetzt – zum Beispiel mit Briefen an die Botschafterinnen und die entsprechende Regierung. Es gibt bereits zahlreiche solcher Patenschaften für Gefangene etwa in Belarus, China oder Nicaragua.

Für Inhaftierte in Iran seien jetzt 120 Patenschaften übernommen worden, weiß Breher. Sie hoffe auf weitere Übernahmen. "Damit machen wir auf die Einzelschicksale der 18.000 Inhaftierten aufmerksam und erhöhen den Druck auf die iranische Regierung. Iran muss seine menschenverachtenden Aktivitäten umgehend stoppen und die politischen Häftlinge frei lassen.“

Kein Kontakt zu Freunden und zur Familie

Shora Fekri habe gemäß Artikel 14 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (IPBPR) ein Anrecht auf einen Anwalt sowie auf einen fairen Prozess, betont die Politikerin in ihrer Pressemail. Der Iran sei als Vertragsunterzeichner weitgehend dazu verpflichtet, den von ihm ratifizierten internationalen Pakt einzuhalten. "Deshalb fordere ich die unverzügliche Freilassung von Shora Fekri."

Die 32-Jährige habe derzeit keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie und ihren Freunden. "Keiner weiß, wie es ihr geht oder was genau vorgefallen ist. Deshalb fordere ich die iranische Regierung auf, Shora Fekris Familie Kontakt zu ihr zu ermöglichen und sie regelmäßig über ihren Gesundheitszustand in Kenntnis zu setzen."

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