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Projekt "Dorfentwicklung Raddetal" in Lindern nimmt Form an

Die Bewohner aus Marren, Garen, Hegel, Kleinenging, Großenging und Varbrügge können ab sofort Fördergelder beim Amt für regionale Landesentwicklung beantragen.

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Größtes Vorhaben: Öffentliches Leitprojekt für den Ortsteil Garen in der "Dorfentwicklung Raddetal" ist die Sanierung und Erweiterung der Schützenhalle zu einem Dorfgemeinschaftshaus für den gesamten Bereich. Foto: Siemer

Größtes Vorhaben: Öffentliches Leitprojekt für den Ortsteil Garen in der "Dorfentwicklung Raddetal" ist die Sanierung und Erweiterung der Schützenhalle zu einem Dorfgemeinschaftshaus für den gesamten Bereich. Foto: Siemer

Private Anträge auf Fördergelder aus dem Projekt "Dorfentwicklung Lindern Raddetal" können ab sofort beim Amt für regionale Landesentwicklung in Oldenburg gestellt werden. Auf diese Möglichkeit, Zuschüsse für die Sanierung und Modernisierung von Fassaden, Fenstern, Türen und weiteren Gestaltungselementen der Flächen zu erhalten, macht die Gemeinde Lindern in einem Pressegespräch aufmerksam.

"Es stehen inzwischen etliche Bewohner in den Startlöchern und wollen loslegen“, freut sich Bürgermeister Karsten Hage, der mit seinem Stellvertreter im Rathaus, Thomas Lüken, den Stand des Projektes erläuterte. Informationen gibt natürlich auch die Kommune. Hage und Lüken verweisen in diesem Zusammenhang besonders auf den von der Gemeinde bezahlten "Umsetzungsbegleiter", der die privaten Investoren sowohl bei den Ideen zur Umgestaltung, den denkbaren, förderungswürdigen Projekten sowie beim "Papierkram" für die Anträge unterstützt.

Mit dieser Aufgabe sei der Leiter des Büros für Landschaftsplanung, Richard Gertken aus Werlte betraut worden, so Hage. Er wertete diese als Glücksfall, da der Diplom-Ingenieur gleichzeitig für das Gesamtprojekt Dorfentwicklungsplanung Raddetal verantwortlich sei und die Planungen bereits von Beginn an begleite. Damit seien für den Privatmann keine zusätzlichen Kosten verbunden, betont Hage. Um noch in den Genuss der Fördergelder in den kommenden 12 Monaten zu gelangen, müssen die Anträge aber bis zum 30. September eingereicht werden. Der nächste Termin, eine Förderung zu beantragen, sei der 30. September 2023, so Thomas Lüken.

1124 Bewohner beteiligen sich am Dorfentwicklungsplan

Der in Ausschüssen von den 1124 Bewohnern der 6 Dörfer Marren, Garen, Hegel, Kleinenging und Großenging sowie Varbrügge gemeinsam mit dem betreuenden Büro erarbeitete Plan sei ebenfalls beschlossen und werde in den kommenden Jahren nach und nach umgesetzt, so Hage.

"Eine Dorfregion – tief verwurzelt, aufrecht gewachsen, Früchte tragend": Unter dieses Leitbild hatten die Bewohner das Vorhaben gestellt, das zum einen die tiefe Verbundenheit mit ihrem Umfeld unterstreichen soll, aber zum anderen auch den Willen zum Ausdruck bringt, sich zukunftsfähig weiterzuentwickeln. "Lindern Raddetal" war bereits 2019 in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes aufgenommen worden. Das umfangreiche Beteiligungsverfahren, das auch die Mitsprache von Kindern und Jugendlichen aus den 6 Ortsteilen umfasste, hatte sich durch die Restriktionen der Corona-Pandemie verzögert.

Im Vergleich zu Lindern selbst gebe es verständlicherweise nur eine kleine Anzahl von öffentlichen Projekten in den Orten. Ziel der Gemeinde sei es, die von den Bewohnern gewünschten "Leitprojekte" umzusetzen. Die umfangreichsten Planungen gibt es hier für die Sanierung und Erweiterung der Schützenhalle in Garen zu einem Dorfgemeinschaftshaus. Auch in Hegel ist das Dorfgemeinschaftshaus und sein Umfeld das Leitprojekt. In Marren wünschen sich die Bewohner die Umgestaltung der Dorfmitte. In Großenging soll der Dorfplatz mit Grillhütte neu gestaltet werden und in Kleinenging die Ortsdurchfahrt. In der gesamten Dorfregion besteht zudem schon seit geraumer Zeit ein Bedarf an Baugrundstücken für junge Familien, die aufgrund der sozialen Bindungen am Ort wohnen bleiben möchten.

Die "Dorferneuerung", wie sie bis vor einigen Jahren hieß und jetzige "Dorfentwicklung“  sei für Lindern eine große Erfolgsgeschichte, betont Hage. Mit dem neuen Projekt "Raddetal" sei die gesamte Gemeinde in den vergangenen 20 Jahren in den Genuss der Förderung durch das Land gekommen. Nach dem Modellvorhaben "Auen-Holthaus, Liener" sei es vor allem die Dorferneuerung "Lindern Osterlindern“ gewesen, die zentrale Bereiche der Infrastruktur entscheidend vorangebracht hätte und auch optisch deutlich wahrnehmbar ein großer, dauerhafter Gewinn für Lindern sei.

Das zeige eindrucksvoll auch das Investitionsvolumen, so Lüken. Insgesamt seien zwischen 2009 und 2022 5,3 Millionen Euro in öffentliche Projekte wie vor allem die umfassende Sanierung und Neugestaltung der Ortsdurchfahrt, die Straßenneugestaltungen oder die Sanierung des Gemeindebüros mit Hilfe der Dorferneuerung Lindern investiert worden. Fast die Hälfte, 2,6 Millionen Euro, sei vom Land übernommen worden. Die vielen wichtigen Projekte hätte sich die Kommune allein so nicht leisten können, betonte Hage.

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