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Pro Natura kämpft mit Online-Petition für eine Wiese

Es geht um eine Grünfläche am Erlenweg in Neuenkirchen. Die Gemeinde möchte eine Straße durch sie bauen. Darum gibt es großen Streit.

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Protest gegen Gemeinde-Vorhaben: Die Anwohner um Jens Brönstrup, Helmut Hackmann und Martina Steinkamp sowie die Naturschützer Ulrich Heitmann und Heinz Hanken kämpfen weiterhin um den Erhalt einer rund zehn Hektar großen Grünfläche. Foto: Oevermann

Protest gegen Gemeinde-Vorhaben: Die Anwohner um Jens Brönstrup, Helmut Hackmann und Martina Steinkamp sowie die Naturschützer Ulrich Heitmann und Heinz Hanken kämpfen weiterhin um den Erhalt einer rund zehn Hektar großen Grünfläche. Foto: Oevermann

Mit einer Online-Petition und weiteren Schritten wehrt sich der Verein Pro Natura Landkreis Vechta jetzt gegen die achte Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden im Zusammenhang mit der Umwandlung von Grünland südlich des Erlenweges in Neuenkirchen zu einer Wohnbaufläche.

Darüber hinaus hat Pro Natura nach eigenen Angaben zudem das niedersächsische Umweltministerium, den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz sowie den Landkreis Vechta eingeschaltet.

Gemeinde bekommt Stellungnahmen zur Änderung des Flächennutzungsplanes

Die Gemeindeverwaltung hatte die Unterlagen zur geplanten Flächennutzungsplanänderung ausgelegt. Aus dem Rathaus in Neuenkirchen hieß es, im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung wegen der Änderung des Flächennutzungsplanes seien einige Stellungnahmen im Rathaus eingetroffen. Eine davon stammt auch von Pro Natura. Die Gemeinde wolle letztlich eine 1,3 Hektar große Fläche überplanen, um so die Zufahrt zum neuen, an die Mühlensiedlung angrenzenden Wohnbaugebiet zu ermöglichen, hieß es. Die Verwaltung und ein Planungsbüro befassten sich nun mit den Stellungnahmen und arbeiteten an der Abwägung der vorgetragenen Einwendungen.

Voraussichtlich bei seiner Sitzung im kommenden September werde sich der Bauausschuss mit den Eingaben beschäftigen. Anschließend erarbeite das Gremium für den Gemeinderat eine Empfehlung, ob die Verwaltung die – vielleicht wegen der Eingaben auch veränderten Unterlagen – erneut auslegen soll. Theoretisch wäre es aber auch denkbar, dass der Rat das Verfahren dann stoppt, hieß es weiter.

Pro Natura befürchtet erhebliche Eingriffe in den Naturhaushalt

Das wäre Pro Natura wahrscheinlich die liebste Lösung. Der Verein sieht bei einer Umsetzung des Vorhabens erhebliche Eingriffe in den Naturhaushalt. So solle die Zufahrt zu dem neuen Baugebiet durch einen über Jahrzehnte gewachsenen Wiesenbereich führen, der im Landkreis Vechta einmalig sei.

Im Kreisgebiet seien in der Vergangenheit großflächig Wiesenbereiche vernichtet worden, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung. Des Weiteren käme speziell in diesem Bereich eine Vielzahl von Fledermäusen vor, die dort ihr Nahrungsbiotop als auch Wochenstuben und andere Handplätze haben.

Auf dem Wiesenbereich befänden sich weiterhin Steinkäuze, die dort ihren Brutplatz haben. Darüber hinaus gebe es dort Brutplätze der Schleiereule, des Turmfalken und von mehreren Staren. Letzteren diene die Wiese ebenso wie Störchen als Nahrungsbiotop. Ebenfalls sei dort im an die Wiese angrenzenden Waldstück der Hirschkäfer zu finden.

Bachlauf könnte durch Straßenbau trockenfallen

Hinsichtlich der auf dem Grünland vorkommenden Amphibien bestehen bei einem Ausbau nach Angaben von Pro Natura ebenfalls erhebliche Gefahren. Ein Bachlauf im Wiesenbereich würde beim Bau einer Zufahrtsstraße trockenfallen, was zur Zerstörung von Laichplätzen für Molche, Erdkröten und Grasfrösche führen würde. Zudem würde es zu einer verstärkten Grundwasserabsenkung kommen, die sich schädlich auf das angrenzende Waldstück auswirken könnte.

Der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden wirft Pro Natura darüber hinaus vor, es sei in der Vergangenheit immer wieder zu erheblichen Naturzerstörungen gekommen. Es stehe noch einiges an Kompensationen aus den vergangenen Jahren aus. Auch das sei für den Verein ein Grund gewesen, die Online-Petition auf den Weg gebracht zu haben.

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