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Priester will mehr Bürgerbeteiligung und Klimaschutz

Der Kandidaten-Check von OM Online: Christiane Priester tritt in Cloppenburg für das Bündnis "Buntes Cloppenburg" an. Die 52-Jährige möchte Bürgermeisterin der Kreisstadt werden.

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Möchte Bürgermeisterin werden: Christiane Priester. Foto: Hermes

Möchte Bürgermeisterin werden: Christiane Priester. Foto: Hermes

Der Kandidaten-Check von OM Online. In dieser Reihe stellen wir zur Kommunalwahl im September die Bürgermeister- und Landratskandidaten in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta vor. Das Konzept: Einen thematischen Treffpunkt darf der Kandidat wählen, den anderen bestimmt die Redaktion. In dieser Folge Die in Cloppenburg kandidierende Christiane Priester im Talk mit Reporter Oliver Hermes.

Bessere Bürgerbeteiligung, eine Sprechstunde für Kinder und Jugendliche sowie mehr Klimaschutz: Das sind einige Dinge, die sich Christiane Priester auf die Fahnen geschrieben hat. Die 52-Jährige tritt parteiunabhängig für das Bündnis „Buntes Cloppenburg“ bei der Bürgermeisterwahl in Cloppenburg an. Unterstützung kommt von SPD und Grünen.

Sie versteht die Verwaltungsarbeit als eine Dienstleistung am Bürger. „Und ich komme aus der sozialen Dienstleistung und weiß, wie man mit begrenzten Ressourcen ein bestmögliches Ergebnis erreichen kann“, sagt Priester. Sie verfüge zudem über Erfahrungen im Qualitätsmanagement und müsse auch beruflich Führungsqualitäten beweisen.

Ihren Willen, Dinge zu schaffen, habe sie in verschiedenen Weiterbildungen gezeigt. Neben Beruf und Familienverantwortung studierte sie an der Uni Vechta „Soziale Arbeit“, zurzeit belegt sie an der FH Münster den Studiengang „Soziales Management“. Seit 2016 ist sie als rechtliche Betreuerin und Verfahrenspflegerin für das Amtsgericht Cloppenburg bestellt, seit 2017 ist sie auch beim Betreuungsverein in Vechta tätig.

Priester ist ein Familienmensch, gemeinsam mit ihrer Mutter und einem ihrer drei Söhne lebt sie in einer Mehrgenerationen-WG. Die anderen beiden sind erwachsen und quasi schon ausgeflogen. „Ich bin vor kurzem auch Großmutter geworden, also sind es jetzt schon vier Generationen“, erzählt Priester glücklich und stolz. So habe sie Einblicke in verschiedene Generationen und wisse, wo die Bedürfnisse liegen.

Eines ihrer Kernziele ist die Beteiligung der Menschen in Cloppenburg. Es gebe zurzeit einige Beispiele, wo Bürger erst laut werden müssen: Sie nennt die Autoposer am Pingel-Anton oder die Bebauung im Inselviertel als Beispiele. „Das ist der falsche Weg. Warum wird nicht vorher mit den Menschen gesprochen“, fragt sie. Natürlich könne das auch unbequem werden, aber das sei nachhaltig.

"Wir brauchen eine ernsthafte Sprechstunde für Bürger, aber auch speziell für Kinder und Jugendliche“Kandidatin Christiane Priester

In diesem Zusammenhang lobt sie die Kümmer-App, teilweise würde den Menschen aber das Feedback fehlen. Zudem könne man die sozialen Medien nicht nur als Kommunikationsplattform nutzen, sondern dort auch Teilhabe-Möglichkeiten schaffen. „Und wir brauchen eine ernsthafte Sprechstunde für Bürger, aber auch speziell für Kinder und Jugendliche“, sagt die Kandidatin. Bürgerräte seien ebenfalls ein gutes Instrument, zudem könne sie sich Einwohnerbefragungen vorstellen: „Das ist zwar aufwendig, man sollte die Menschen und ihre Ideen aber nicht unterschätzen.“ Wichtig seien Kommunikation und Transparenz.

Sie selbst sei schon immer politisch und gesellschaftlich aktiv gewesen. „Ich war im Schulelternrat oder habe Krabbelgruppen gegründet“, so Priester. Sie möchte sich mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung einbringen: „Wir brauchen eine grundlegende Veränderung. Ich will das und ich kann das.“

Wie auch immer die Mehrheiten nach der Wahl aussehen, sie sieht das Amt und die Zusammenarbeit mit dem Rat als positive Herausforderung. Wichtig seien eine präzise Vorbereitung der Beschlüsse und gute Gespräche untereinander.

Klimaschutzkonzept ist eines der ersten Themen

Im Falle einer Wahl würde sie mit ihrem Amtsantritt zunächst die Mitarbeiter und Teams im Rathaus kennenlernen wollen. Als eines der ersten Projekte stünde das Klimaschutzkonzept an: „Es gibt einige Baustellen, da müssen wir schnell und konkret weiterkommen.“ Viele Maßnahmen seien von der CDU ausgebremst worden, es seien aber dringende Handlungsschritte notwendig.

Ohne politisches Amt habe sie auch einige Ideen, so würde sie gerne Generationen dauerhaft zusammenbringen. „Ich würde möglicherweise selbst etwas gründen.“ Dabei denkt sie an eine reguläre Tagesbetreuung für Kinder in Verbindung mit einer Tagespflege. Da kommt auch wieder der Familienmensch durch.

„Ich brauche Menschen um mich herum und schöpfe daraus meine Kraft“, sagt Priester. Deshalb genieße sie die Zeit des Wahlkampfes mit Einblicken in verschiedenste Lebensbereiche und Aufgaben: „Ich habe keine Berührungsängste“.


Zur Person:

  • Christiane Priester ist 52 Jahre alt und lebt in einer Mehrgenerationen-WG mit ihrer Mutter und ihrem jüngsten Sohn.
  • Zurzeit sitzt die dreifache Mutter für die SPD im Gemeinderat und ist dort Fraktionsvorsitzende.
  • Sie wohnt in Bühren, beruflich ist die 52-Jährige als rechtliche Betreuerin und Verfahrenspflegerin tätig.
  • Zudem absolviert sie ein berufsbegleitendes Studium „soziales Management“.

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