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Politik sagt Ja zu Lüftungsgeräten in Schulen und Kitas

Die raumlufttechnischen Anlagen werden teurer als geschätzt. Nicht nur, aber auch aus diesem Grund stellt sich für die SPD die Sinnfrage. Doch am Ende überwiegen für den Finanzausschuss die Vorteile.

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Für eine bessere Luft: In der Oberschule am Kösters Gang sollen bis zu 25 Räume mit raumlufttechnischen Anlagen ausgestattet werden. Foto: J. Scholz

Für eine bessere Luft: In der Oberschule am Kösters Gang sollen bis zu 25 Räume mit raumlufttechnischen Anlagen ausgestattet werden. Foto: J. Scholz

Soll die Stadt Dinklage weiterhin raumlufttechnische Anlagen in ihren Bildungseinrichtungen einbauen? Macht es Sinn, die drei Schulen und vier Kindertagesstätten mit Lüftungsgeräten auszustatten, obwohl die Kosten steigen? Obwohl Lieferschwierigkeiten drohen? Obwohl immer mehr junge Menschen gegen das Coronavirus geimpft sind? Obwohl andere Kommunen im Landkreis und die Kreisbehörde selber davon Abstand genommen haben?

Diese Fragen stellte Susanne Witteriede in der jüngsten Sitzung des Dinklager Finanzausschusses zur Diskussion. Denn für die SPD-Fraktionsvorsitzende stellte sich mittlerweile "die Sinnfrage eines Antrags". Die Antwort darauf fiel nach der Aussprache dann aber einstimmig aus: Ja, die Dinklager Politik soll insgesamt in 97 Lüftungsgeräte für die Oberschule, die beiden Grundschulen sowie die Kindergärten St. Theresia, St. Catharina, St. Franziskus und das Kinderhaus St. Anna investieren – auch, wenn die Kosten noch um einiges teurer werden, als zunächst geschätzt.

Denn für den Einbau der Lüftungsgeräte rechnet die Stadt Dinklage nun mit Kosten von 30.000 Euro pro Anlage. Im Sommer hatte die Stadt die Kosten von 25.000 Euro je Lüftungsgerät schon großzügiger eingeplant. Doch dieser Preis sei jetzt nicht mehr zu halten, erklärte Sven Friedrich aus dem Bauamt. Mit diesen Problemen kämpften auch andere Kommunen, sagte der Architekt.

Mehrkosten erhöhen sich um fast 100.000 Euro

Für die Stadt Dinklage heißt das: Sie muss mit 1000 Euro mehr pro Anlage – also 97.000 Euro Mehrkosten – rechnen, wenn, wie bisher zugesagt, 80 Prozent der Kosten vom Bund gefördert werden sollten. Dafür will die Verwaltung nun einen erneuten Förderantrag stellen. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt nun rund 2,8 Millionen Euro. Der städtische Anteil liegt dann bei 20 Prozent, wenn es auch für den neuen Förderantrag eine positive Zusage vom Bund gibt. 

Unabhängig von der Kostenfrage waren sich die Fachpolitiker einig, den Weg weiterzuverfolgen, in den sieben Bildungseinrichtungen Lüftungsgeräte einzubauen. Steffen Lampe (Bürgerforum) sprach sich dafür aus, den neuen Antrag "schnellstmöglich" auf den Weg zu bringen. Es gehe um den Gesundheitsschutz von Kita-Kindern und Schülern. Andreas Windhaus (CDU) sagte: Wenn die künftigen Neubauten mit Lüftungsgeräten ausgestattet würden, dann sollte das auch in den jetzt vorhandenen Bildungseinrichtungen geschehen. Dies sei nur vorausschauend.

Bauamtsmitarbeiter Sven Friedrich unterstützte diese Aussagen: Raumlufttechnische Anlagen seien ja nicht nur zur Eindämmung des Coronavirus ausgelegt, sondern verbesserten auch die Luft im Allgemeinen. Und: Es müsse nicht mehr jede Pause durchgelüftet werden, ergänzte der Architekt. Zu vernachlässigen sei übrigens eine mögliche Geräuschproblematik.

Im Kindergarten St. Martin sollen übrigens noch keine Lüftungsgeräte eingebaut werden, teilte die Verwaltung mit. Der Grund: Dort plant die katholische Kirchengemeinde St. Catharina mittelfristig Umbaumaßnahmen. Bereits eingeplant sind Raumlufttechnische Anlagen in der neuen Kindertagesstätte in der Wiek.

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