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Plastikflut stoppen

Thema: Studie sieht beunruhigende Auswirkungen – Der Wohlstandsmüll ist eines der größten Probleme unserer Zeit. Das muss sich ändern. Lösungen gibt es reichlich.

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Umweltexperten prangern schon lange die zunehmende Vermüllung der Weltmeere mit Plastikabfall an. Wie akut dieses Problem ist, macht eine neue Studie des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven klar, die im Auftrag der Umweltorganisation WWF erstellt wurde. Demnach hat die Verschmutzung zuletzt exponentiell zugenommen. Folge: Allein der Mikroplastikgehalt werde sich in den kommenden 30 Jahren mehr als verdoppeln.

Der WWF fordert daher erneut eine internationale und rechtlich bindende Vereinbarung zur Müllvermeidung. Denn die gibt es immer noch nicht. Provokant gefragt: Warum auch? Das altbewährte Prinzip der sogenannten ersten Welt, die lästigen Hinterlassenschaften seiner glitzernden Überflussgesellschaft einfach in die dritte Welt zu exportieren oder weiter direkt ins Meer zu kippen, hat doch bislang ganz prächtig funktioniert. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Mehrweg zum Standard machen

Dumm nur, dass die schiere Müllmenge und deren Auswirkungen auf Meerestiere, Ökosystem und scheinbar heile Welt mittlerweile so groß sind, dass sie sich nicht mehr verstecken lassen. Bis zu 150 Millionen Tonnen Plastikmüll schwimmen bereits in den Weltmeeren. Dabei handelt es sich oft um besagtes Mikroplastik. Die kleinen Partikel stammen etwa vom Reifenabrieb oder aus der Kosmetikindustrie. Sie gelangen häufig über die Kanalisation und die Flüsse in die Meere. Und das passiert nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch vor der Haustür.

Lösungen gibt es reichlich. Alle Plastikhersteller und Unternehmen, die ihre Produkte in derartigen Verpackungen verkaufen, müssen verbindlich an Entsorgung und Recycling beteiligt werden. Zugleich muss die Produktion von unnötigem Plastik, vorneweg Einwegverpackungen, gestoppt und der Müllexport in arme Länder verhindert werden. Im Gegenzug könnte das Recycling stärker gefördert und Mehrweg zum Standard gemacht werden – auch für Lieferdienste und den Onlinehandel. Jetzt gilt es, diese Lösungen sofort anzuwenden, um die Plastikflut zu stoppen.

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