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Planungen für Funkmasten verzögern sich

Die Cloppenburger Kreisverwaltung  wird der ETN Group aus Meppen erst im März erste Baugenehmigungen für den Bau der geplanten 67 Masten für schnelles Internet per Funkwellentechnik erteilen.

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Ins Hintertreffen geraten: Die Ausbaupläne eines flächendeckenden Breitbandangebots mittels Funkwellentechnik von hohen Masten verzögert sich im Kreis Cloppenburg. Ziel der Firma ist es jetzt, bis Ende 2022 mindestens 40 der insgesamt 67 geplanten Türme zu errichten. Foto: ETN

Ins Hintertreffen geraten: Die Ausbaupläne eines flächendeckenden Breitbandangebots mittels Funkwellentechnik von hohen Masten verzögert sich im Kreis Cloppenburg. Ziel der Firma ist es jetzt, bis Ende 2022 mindestens 40 der insgesamt 67 geplanten Türme zu errichten. Foto: ETN

Um rund ein Jahr verzögern sich nach aktuellem Stand die bisherigen Planungen im Breitbandausbau für flächendeckendes schnelles Internet, Fernsehen und Mobilfunkempfang mithilfe von Funkwellentechnik der ETN Funkturm GmbH aus Meppen. Das geht aus einem Brief hervor, den die Kreisverwaltung Mitte Dezember an die Bürgermeister geschickt hat. Damit sind die Emsländer, die in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 noch das einzige Unternehmen waren, das den von langsamem Internet und nur schwachen oder gar keinem Handyempfang betroffenen Bewohnern außerhalb der Zentralorte eine schnelle, realistische Perspektive bot, in ihren bisher schnellsten Expansionsplänen zurückgeworfen worden. Noch Anfang Dezember 2020 hatte ETN-Geschäftsführer Andreas Schröder erklärt, dass möglicherweise noch 2021 die ersten Antennentürme für das geplante flächendeckende Netz im Kreis Cloppenburg errichtet werden könnten.

Inzwischen haben die mit Milliarden an Kapital ausgestatteten Unternehmen „Deutsche Glasfaser“ und auch das Joint Venture von Telekom und EWE, die „Glasfaser Nordwest“, die seit Jahrzehnten sträflich vernachlässigte Fläche entdeckt und treiben mit großer Energie den ohne Subventionen betriebenen eigenwirtschaftlichen Ausbau von in den Straßen verlegten Glasfaserkabeln voran. Um offensichtlich keine Kunden an die Funkwellentechnik zu verlieren, sind die beiden Konzerne zum Beispiel in Löningen dabei, 3700 Haushalte anzuschließen.

Auch in anderen Orten wie Lindern, Lastrup oder Essen gibt es konkrete Ausbaupläne, beziehungsweise schon Bauarbeiten. In dem Schreiben erläutert der Kreis, dass ETN plant, bis zu 67 Funktürme in den 13 Kommunen aufzustellen. Bisher seien 37 Bauanträge gestellt worden, in Kürze sollen weitere vier eingereicht werden. „Bisher sind drei Bauanträge für Standorte im Südkreis nahezu vollständig, so dass das Prüfverfahren beginnen kann“, schreibt die Verwaltung. Nach Informationen dieser Redaktion handelt es sich um die Funkmasten entlang der Bahnstrecke in Essen, die auf Drängen der Bahn Priorität haben, da sie den Empfang in den Zügen verbessern sollen.

ETN will bis Ende 2022 mindestens 40 Funktürme bauen

Die weiteren Anträge sollen von ETN nach und nach vervollständigt werden. Es sei vereinbart worden, dass die Anträge in der Reihenfolge des Eingangs bearbeitet werden. Die Abstimmung für eine Lösung der naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen beziehungsweise für die Höhe des Ersatzgeldes habe längere Zeit beansprucht, so die Verwaltung. Erfreulicherweise, so heißt es weiter in dem Schreiben, sei bei dieser Themenstellung jetzt ein Konsens erzielt worden. Die 66 Meter hohen Türme werden zumeist auf kommunalen Flächen nach den bisher vorliegenden Informationen auf einem 10 mal 10 Meter großen Betonsockel errichtet. Zum neuen Zeithorizont schreibt die Verwaltung, dass die ersten Baugenehmigungen nach jetzigem Stand voraussichtlich im März 2022 erteilt werden könnten und ETN jetzt das Ziel verfolge, bis Ende 2022 mindestens 40 Funktürme zu errichten.

Als dritte große Säule beim Breitbandausbau wird auch das vom Staat mitfinanzierte sogenannte „Weiße-Flecken-Programm“ weiter vorangetrieben, um die Haushalte aufzurüsten, in denen weniger als 30Mbit/s ankommen. Die Kosten teilen sich Bund (50 Prozent), Land (25) sowie Kreis und Kommunen gemeinsam das restliche Viertel. Der über mehrere Jahre angelegte Ausbau startet nach Angaben von Bürgermeister Burkhard Sibbel in der jüngsten Ratssitzung nach einigen Verzögerungen jetzt im Frühsommer.

Stadt gibt 2 Millionen für Weiße-Flecken-Programm

Bis 2025 trägt die Stadt mit über 2 Millionen Euro zur Finanzierung der geplanten Anschlüsse in den Außenbereichen der Stadtgemeinde bei. „Unser Ziel ist es, möglichst alle Haushalte in den Außenbereichen anzuschließen und mit der Digitalisierung weiterzukommen“, betonte Sibbel in der Sitzung. Nachdem die Liste den Bezirksvorstehern zum Adressenabgleich übergeben worden sei, habe es sehr viele Rückmeldungen von dort noch nicht registrierten Haushalten gegeben. Wer auf der Liste stehe, sei sicher dabei. Er betonte, dass die Stadt nicht Herr des Verfahrens sei, sondern ein Ingenieurbüro im Auftrag des Kreises.

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