Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Planung für Baugebiet in Vechta kommt nur schleppend voran

Die Gewobau wartet immer noch auf eine verbindliche Zusage für das Grundstück am Kornblumenweg. Bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum herrscht hingegen Einigkeit.

Artikel teilen:
Symbolfoto: Archiv

Symbolfoto: Archiv

Die Idee für den sozialen Wohnungsbau am Kornblumenweg in Vechta besteht schon seit mehr als vier Jahren. Aber das Projekt kommt nur sehr schleppend voran. Der Bebauungsplan muss zum wiederholten Mal ausgelegt werden. Darüber hinaus sind die Grundstücksangelegenheiten noch nicht abschließend geklärt, sodass die weitere Detailplanung für die etwa 100 Wohneinheiten auf sich warten lässt.

Das rund 20 Hektar große Grundstück im Norden der Kreisstadt befindet sich im Eigentum des Landkreises Vechta. Um die Entwicklung des Baugebietes soll sich die Gesellschaft für Wohnungsbau (Gewobau) Vechta kümmern. Sie hat bereits einen Entwurf vorgelegt. Doch solange der Flächenerwerb nicht in trockenen Tüchern ist, scheinen dem in kommunaler Trägerschaft befindlichen Unternehmen die Hände gebunden zu sein.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Bauen der Stadt Vechta hat der Vertreter der Gewobau seine Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation durchblicken lassen. „Wir haben bisher weder eine Reservierung noch einen Kaufvertrag. Deswegen sind die Planungen noch nicht so weit fortgeschritten, wie wir es gerne gehabt hätten. Wir drehen uns etwas im Kreis“, kritisiert Geschäftsführer Tony Engelmann.

Seinen Angaben zufolge wartet die Gesellschaft immer noch auf die verbindliche Zusage des Landkreises. Erst wenn der Vertrag vorliege, könne der Architektenwettbewerb für die Wohnbebauung östlich des Kornblumenweges beginnen. Die weiteren Planungsschritte wolle die Gewobau keineswegs im Alleingang machen. Es sollten weitere Absprachen mit der Behörde zur Gestaltung des Gebietes folgen.

Landkreis wartet mit vertraglicher Zusicherung

Vom Landkreis Vechta ist so schnell jedoch keine vertragliche Zusicherung für das Grundstück zu erwarten. Wie Pressesprecher Jochen Steinkamp auf Anfrage mitteilt, soll das weitere Bauleitverfahren der Stadt Vechta abgewartet werden. Der Bebauungsplan müsse zunächst wirksam sein. Der Wille zur Zusammenarbeit mit der Gewobau sei aber nach wie vor vorhanden. Andere Investoren seien nicht im Gespräch.

"Wenn die Bauleitplanung abgeschlossen ist, wird sich der Kreistag auch noch einmal mit dem endgültigen Konzept der Gewobau beschäftigen", so Steinkamp weiter. Der Landkreis habe weiterhin großes Interesse Wohnraum zu schaffen und wolle gleichzeitig eine hohe Verträglichkeit des Gesamtkonzeptes sicherstellen.

Eine erste Planung für das Baugebiet hat die Gewobau bereits vor mehr als einem Jahr erarbeitet. Inzwischen zeichnen sich jedoch mehrere Änderungen ab, auch bedingt durch die zwischenzeitliche Einführung des innerstädtischen Verdichtungskonzeptes, das zusätzliche Wohneinheiten beim Bau von Tiefgaragen zulässt. Durch diesen Bonus können allein im Bereich nördlich der Erschließungsstraße bis zu 64 Wohnungen entstehen.

Um eine natürliche Belüftung zu erreichen, soll die Tiefgarage um etwa 80 Zentimeter aus dem Boden herausragen. Dadurch steigt die Gesamthöhe der Gebäude auf bis 14,8 Meter. Im Zuge der zwei- und dreigeschossigen Bebauung sind auch zusätzliche Staffelgeschosse vorgesehen. Durch die unterschiedlichen Gebäudehöhen soll eine „architektonisch interessante Staffelung der Wohnbebauung" entstehen, heißt es.

Bebauungsplan muss erneut ausgelegt werden

Auf Vorschlag der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Vechta soll die geplante Erschließungsstraße auf die Nordseite eines bepflanzten Erdwalls verlegt werden. Zur planungsrechtlichen Umsetzung des Konzeptes ist es außerdem erforderlich, die überbaubare Fläche in östliche Richtung um etwa 13 Meter zu erweitern. Diese Änderungen sind weitere Gründe für die erneute öffentliche Auslegung des Bebauungsplans.

An der grundsätzlichen Zielsetzung für das moderne Wohnquartier hat sich hingegen nichts geändert. Sowohl für die Vermietung der Mehrfamilienhäuser als auch für die Eigentumsverhältnisse der Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser wollen Landkreis und Stadt ganz klare Vorgaben machen, damit der Wohnraum bezahlbar bleibt und die Immobilien nicht zu Spekulationsobjekten werden.

„Wir wollen zeigen, dass bezahlbarer Wohnraum, Energieeffizienz und Wohnqualität keine Gegensätze sein müssen.“Tony Engelmann, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wohnungsbau (Gewobau) Vechta

Auf dieses gemeinsame Bestreben haben Erster Kreisrat Hartmut Heinen und Bürgermeister Kristian Kater bereits bei der Vorstellung des Projektes im Sommer vergangenen Jahres nachdrücklich hingewiesen. Dieser Marschroute fühlt sich auch die Gewobau verpflichtet. „Wir wollen zeigen, dass bezahlbarer Wohnraum, Energieeffizienz und Wohnqualität keine Gegensätze sein müssen“, erklärt Engelmann.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Planung für Baugebiet in Vechta kommt nur schleppend voran - OM online