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Planlos in die vierte Welle

Thema: Die Corona-Lage – Nach eineinhalb Jahren Pandemie gibt es in Deutschland noch immer kein echtes Konzept zum Umgang mit dem Virus. Auch die künftige Regierung traut sich keine harte Linie.

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In Deutschland ist die 7-Tage-Inzidenz am Dienstag auf den Höchstwert seit Beginn der Pandemie gestiegen. Das ist eine Eskalation mit Ansage. Schon im Sommer warnten Wissenschaftler vor der vierten Corona-Welle. Das war im Bundestagswahlkampf. Die zur Wahl stehenden Parteien setzten bei den Corona-Regeln mehr auf Entspannung.

Laut wurde und wird fatalerweise immer noch über einen Freedom-Day gesprochen. Die naive Hoffnung lag allein auf den Impfungen. Dabei ist lange klar, dass Impfungen allein die Pandemie nicht beenden; auch, weil es immer noch zu viele gibt, die den Piks ablehnen oder nicht geimpft werden dürfen. Kinder etwa. Das Virus findet zu viele leichte Opfer.

Den Beweis liefert jetzt Dänemark. Das Land hatte die Corona-Regeln zuerst aufgehoben und muss jetzt – bei massiv steigenden Infektionszahlen –  die Beschränkungen wieder hochfahren. Zumindest sollte jetzt auch in Deutschland klar sein, dass die weiche Linie falsch ist. Experten warnen wieder vor der Überbelegung der Intensivstationen.

Eine Impfpflicht wäre ethisch vertretbar

Die jetzt geschäftsführende Bundesregierung fährt seit Beginn der Pandemie auf Sicht. Der Abbau der Impfzentren und die Abschaffung der Gratis-Schnelltests waren Fehler. Immerhin: Die neue Ampel-Regierung will die letztgenannte Fehlentscheidung zurücknehmen und Testen bei der Arbeit zur Pflicht machen.

Eine wirklich harte Linie trauen sich aber auch die künftigen Mächtigen nicht. Ein wichtiger erster Schritt: eine Impfpflicht für Erwachsene. Dies würde das Gesundheitssystem entlasten – nur ein Bruchteil der schweren Verläufe wird bei Geimpften festgestellt – und gilt als ethisch vertretbar.

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