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Pfingstlerpläne erschrecken die Grünen

Schulgründungen seien ein Auftrag Gottes. So zitieren die Grünen im Cloppenburger Rat aus dem Konzept für eine freikirchliche Bekenntnisschule – und lehnt den Start eines Bauleitverfahrens ab.

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Michael Jäger. Foto: Kreke

Michael Jäger. Foto: Kreke

Die Grünen im Cloppenburger Stadtrat stellen sich in einer Stellungnahme mit deutlichen Positionen gegen Planungen, die den Bau einer freikirchlichen Bekenntnisschule in der Kreisstadt ermöglichen: Religiöse und weltanschauliche Überzeugungen hätten in Familien und Andachtsstätten ihren Raum. Schulen hingegen erfüllten einen staatlichen Bildungsauftrag, der nicht primär auf religiöse Erziehung zielt. Alle Grundschulen der Stadt hätten – selbst bei konfessioneller Ausrichtung – liberale Konzepte und befänden sich in Trägerstadt der Stadt.

Mit einer freikirchlichen Bekenntnisschule würde sich das nach Ansicht der Grünen ändern. So sehr, dass sich die ­Initiatoren bis heute sträubten, ihr pä­dagogisches Konzept zu veröffentlichen. „Wir haben es gelesen und waren erschrocken“, sagt ­Fraktionschef Michael Jäger. Darin stehe, es gäbe in der Region „bislang keine christliche Schule, die dem Bedarf vieler bibeltreuer Christen (…) entspricht“.

Ihre Mitglieder hätten ethisch-moralische Vorstellungen aus ihren Heimatländern mitgebracht, die zu erhalten und weiterzuentwickeln seien. Schulgründungen seien ein Auftrag Gottes, und nur „solange sie auf ihn ausgerichtet sind, haben sie eine Daseinsberechtigung“. Diese Verengung des Bildungsauftrags entspricht laut Jäger „nicht unserer Vorstellung einer toleranten, weltoffenen Gesellschaft“.

Bildungsangebot schottet Kinder gegen Gesellschaft ab

Das radikal-bibeltreue Bildungsangebot diene im Kern dem Zweck, Kinder gegen die Gesellschaft abzuschotten und fördere nicht Integration und gegenseitiges Verstehen, sondern vertiefe die gesellschaftliche Spaltung.

Jäger kritisiert im Zuge der aktuellen Diskussion auch die CDU, die den Bürgern Sand in die Augen streue, „wenn sie ihre Entscheidung für einen Bebauungsplan herunterspielt und auf die Zuständigkeit der Landesschulbehörde verweist“.

Neidhard Varnhorn, Bürgermeisterkandidat der Christdemokraten, mache sich ­unter dem ­Vorwand, erst einmal Gespräche führen zu wollen, einen „schlanken Fuß – während seine Fraktion im Rat schon vollendete Tat­sachen schafft“.

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