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Pervertierter olympischer Gedanke

Thema: Eröffnung der Olympischen Winterspiele – Das Internationale Olympische Komitee redet sich damit heraus, unpolitisch zu sein. Aber Menschenrechte sind kein Politikum, sie sind unverhandelbar.

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Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund für Olympische Winterspiele in China. Nachhaltige Spiele sollen es sein, ausgerechnet in Peking, wo es niemals schneit und gigantische Sportanlagen ohne Rücksicht auf Verluste in Naturschutzgebiete gesetzt werden. Das Land schottet die Olympioniken, Betreuer und Journalisten in einer Blase ab wie Gefangene. Die Führung missachtet Menschenrechte, indem es ganze Volksgruppen ins Gefängnis steckt, Oppositionelle verfolgt, kritische Sportler wie die Tennisspielerin Peng Shuai mundtot macht und seine Bürger bei jeder Gelegenheit ausspioniert.

Ob solche Spiele in der Autokratie Kasachstan besser aufgehoben wären, sei dahingestellt. Denn die Stadt Almaty war nun einmal die einzige Mitbewerberin, während die Kandidaten München, Krakau, Sankt Moritz, Stockholm und Oslo ob der Folgen für die Finanzen und die Umwelt schon längst abgewunken hatten.

„Dabeisein ist alles“, hieß es einst. Längst könnte das Motto lauten: „Größenwahnsinnig, geldgeil, gleichgültig“. Das liegt vor allem am Internationalen Olympischen Komitee (IOC), das es zugelassen hat, dass der positive olympische Gedanke der Völkerverständigung und der Freundschaft pervertiert und korrumpiert wird vom Diktat der Sponsoren und ausgenutzt von Diktaturen, die sich internationale Anerkennung erkaufen wollen.

Zeit für einen Neustart

Das IOC redet sich damit heraus, unpolitisch zu sein. Aber Menschenrechte sind kein Politikum, sie sind unverhandelbar.

Es wird Zeit für einen Neustart, ein Besinnen auf die ursprüngliche Bedeutung der Spiele. Vielleicht lassen sich die Veranstalter in zwei Jahren in Paris oder in vier Jahren in Mailand darauf ein und zeigen bescheiden, worauf es wirklich ankommt. Doch nach Peking richtet sich der Blick der Weltöffentlichkeit zunächst auf eine weitere, äußerst fragwürdige Veranstaltung: Die Fußball-WM in Katar.

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