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Paragraf 219a: Katholische Jugendverbände sprechen sich für Abschaffung aus

Das "Werbeverbot" für Schwangerschaftsabbrüche ist umstritten, weil bereits grundlegende Informationen bestraft werden könnten. Jetzt äußert sich die katholische Jugend – und positioniert sich klar.

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Symbolfoto: dpa/Hirschberger

Symbolfoto: dpa/Hirschberger

Der Bund der Katholischen Jugend (BDKJ) spricht sich für die Abschaffung des umstrittenen Paragrafen 219a des Strafgesetzbuches aus. Das teilte der Jugendverband am Dienstag mit. "Der Paragraf 219a spiegelt ein Frauenbild wider, das wir entschieden ablehnen", sagte dazu die Bundesvorsitzende Daniela Hottenbacher. Der BDKJ ist der Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern und setzt sich für die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft ein.

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hatte im Januar einen Entwurf für die Aufhebung des Paragrafen vorgelegt, der bisher die "Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft" verbietet. Als "Werbung" im Sinne des Gesetzes gelten schon ausführliche Informationen über verschiedene Methoden des Schwangerschaftsabbruchs sowie die damit jeweils verbundenen Risiken. Nach dem Paragraf 219a können sich demnach Ärztinnen und Ärzte mitunter strafbar machen, falls sie öffentlich Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zu Verfügung stellen.

"Der beste Schutz für ungeborenes Leben ist, wenn schwangere Menschen die Möglichkeit haben, sich sicher zu informieren."Daniela Hottenbacher (BDKJ)

Die katholische Jugend habe sich in einem Beschluss der BDKJ-Bundesfrauenkonferenz für Mädchen- und Frauenpolitik, an der die Vertreterinnen der Jugend- und Diözesanverbände teilnehmen, mit dem Paragrafen beschäftigt. "In der Debatte werden die Argumente gegen Paragraf 219a oft mit den Diskussionen um Paragraf 218, der den Schwangerschaftsabbruch regelt, vermischt", betonte Hottenbacher. Dagegen wolle man ein Zeichen setzen. In dem Beschlusstext mache der BDKJ laut Mitteilung zudem deutlich, dass der entsprechende Paragraf seinen Ursprung unter anderem in der NS-Zeit habe.

Darüber hinaus wolle man auf die aktuell schwierige Situation von Schwangeren im Konflikt aufmerksam machen. In einigen Gegenden Deutschlands seien Schwangerschaftsabbrüche nicht mehr zugänglich, heißt es. Dadurch würden Schwangere unter einen zusätzlichen Zeitdruck geraten, der eine Entscheidung für oder gegen einen Abbruch erschwert. "Der beste Schutz für ungeborenes Leben ist, wenn schwangere Menschen die Möglichkeit haben, sich sicher zu informieren", erklärte die Bundesvorsitzende. Nur so könne Verantwortung übernommen werden.

Setzen sich für die Interessen von Frauen in der Kiche ein: das BDKJ-Frauenpräsidium besteht aus Daniela Ordowski (von links), Daniela Hottenbacher, Katharina Geskes, Bekki Schuppert sowie Johanna Jungbluth. Foto: BDKJSetzen sich für die Interessen von Frauen in der Kiche ein: das BDKJ-Frauenpräsidium besteht aus Daniela Ordowski (von links), Daniela Hottenbacher, Katharina Geskes, Bekki Schuppert sowie Johanna Jungbluth. Foto: BDKJ

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