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Ortskernsanierung in Goldenstedt startet im Sommer

Viele Jahre wurde geplant, nun wird bald endlich mit der Umsetzung begonnen. Bei der kürzlichen Ratssitzung kamen aber vor allem die Kosten noch einmal zur Sprache.

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Hier soll eine Verkehrsberuhigung erfolgen: Im Einmündungsbereich Zur Lieth – Höhe Dasenbrock – wird im Rahmen der Ortskernsanierung ein Kreisverkehr eingerichtet.  Foto: Heinzel

Hier soll eine Verkehrsberuhigung erfolgen: Im Einmündungsbereich Zur Lieth – Höhe Dasenbrock – wird im Rahmen der Ortskernsanierung ein Kreisverkehr eingerichtet.  Foto: Heinzel

Im August soll die Ortskernsanierung in Goldenstedt endlich starten. Etwa 2 Jahre wird die Durchführung der verschiedenen Maßnahmen dann dauern, ließ Projektleiter Christoph Meinert vom zuständigen Ingenieurbüro Bockermann Fritze am Montagabend die Ratsmitglieder sowie die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer im Ratssaal wissen. Im vergangenen Oktober sprach sich der Rat bereits für die Durchführung der Ortskernsanierung aus, doch angesichts des aktualisierten Preisvolumens sei ein erneuter Ratsbeschluss notwendig, sagte Bürgermeister Alfred Kuhlmann. Die Lokalpolitikerinnen und -politiker sprachen sich mehrheitlich dafür aus, das Projekt weiterzuverfolgen.

Wie sich im vergangenen Jahr bereits andeutete, wird die Ortskernsanierung deutlich teurer als ursprünglich angenommen. Nun ist mit Kosten in Höhe von knapp 9 Millionen Euro zu rechnen. Die ursprüngliche Planung von 2019 sah Kosten in Höhe von 4,8 Millionen Euro vor. Von diesen zusätzlichen 4 Millionen Euro zusätzlich entfallen knapp 2 Millionen Euro auf die Erneuerung des Regenwasserkanals, führte Kuhlmann in seiner Erklärung zu den Mehrkosten aus. Diese Maßnahme sei zwar seinerzeit nicht eingeplant gewesen, erweise sich aber doch als dringend erforderlich. Der Kanal müsse ohnehin vergrößert werden und sei aktuell in einem „recht maroden Zustand“. Überdies biete es sich an, diese Arbeiten zu erledigen, wenn die Straßen sowieso erneuert werden.

Gemeinde muss 3,71 Millionen Euro selbst stemmen

Die Straßenbeleuchtung müsse angepasst werden – Kosten: rund 400.000 Euro – wie auch Grunderwerb konnte seit dem Ratsbeschluss im vergangenen Oktober getätigt werden. Zudem habe es in den vergangenen Jahren Baukostensteigerungen gegeben, die nicht außer Acht gelassen werden können. Kuhlmann ließ nicht unerwähnt, dass es für alle Maßnahmen Fördergeld gebe – insgesamt liegt die Fördersumme bei 5,28 Millionen Euro. Die Gemeinde müsse selbst somit 3,71 Millionen Euro stemmen. Das Geld sei allerdings in den Haushaltsplanungen für die kommenden Jahre bereits berücksichtigt.

Wenn die Straßen schon erneuert werden, sollte der Regenwasserkanal direkt mitgemacht werden, fand Martin Meyer (CDU), der im Namen der Fraktion die Zustimmung für das Projekt zum Ausdruck brachte. Er gab zu bedenken, dass die neuen Straßen sonst womöglich in weniger als 10 Jahren für die Kanalerneuerung aufgerissen werden müssten. Daher müsse man nun diese Mehrkosten in Kauf nehmen. „Das holt uns sonst in den nächsten Jahren ein.“

Dieter Rohnstock (IGG) halte die Planung für optimal und die Mehrkosten trage die Fraktion mit, aber „es ist nicht so, dass wir das aus der Portokasse bezahlen“. Deshalb müsse man sich darauf einstellen, dass andere Projekte, die in Zukunft noch anstehen, „nicht so bedient werden können, wie wir es gewohnt sind“. Ähnlich äußerte sich auch Heinrich Niemann (FDP), der davon sprach, dass der „Gürtel enger geschnallt“ werden müsse. Nichtsdestoweniger drückte er im Namen der Fraktion seine Zustimmung aus. Dies tat auch Hans-Georg Lück (SPD), der sagte, dass „das Ganze nach hinten losgeht, wenn wir es jetzt nicht anfassen“.

Mehr Aufenthaltsqualität und Parkplätze

Auf Basis der Pläne vom vergangenen Oktober seien angesichts der Detailplanung weitere Gespräche mit Beteiligten geführt worden, sagte Alfred Kuhlmann. Parallel sei eine Baukommission gegründet worden, um aktiv und flexibel bei den Beratungen handeln zu können. Inzwischen sei auch eine Aktualisierung der Detailplanung vom zuständigen Ingenieurbüro Bockermann Fritze erfolgt, so der Bürgermeister. Diese stellte der Projektleiter Christoph Meinert den Anwesenden vor.

Die Ortskernsanierung erstreckt sich entlang der Hauptstraße, beginnend mittlerweile im Norden ab der Höhe Apeler Weg bis in den Süden zum Knotenpunkt Vechtaer Straße. Ab der Apeler Straße bis zum Knotenpunkt Auf dem Esch/Am Meerbusch/Gartenstraße werden der Regenwasserkanal erneuert, die Straßendecke saniert sowie die Nebenanlagen auf beiden Straßenseiten angepasst. Ab der Bäckerei Dieckhaus wird zum Zweck der Verkehrsberuhigung die Fahrbahn auf sechs Meter Breite verengt. Insgesamt erhalten Fußgängerinnen und Fußgänger entlang der Hauptstraße deutlich mehr Raum, die Aufenthaltsqualität wird an mehreren Stellen – unter anderem durch Begrünung und Sitzmöglichkeiten – erhöht.

Der Rathausvorplatz soll künftig größtenteils autofrei bleiben und stattdessen zum Verweilen einladen. An der Kreuzung Zur Lieth entsteht ein Kreisverkehr, in dem Bereich ist überdies künftig eine Tempo-20-Zone vorgesehen. Am Tangen Weg wird der Parkplatz ausgebaut, auf dem Gelände ehemals Fredelake entstehen ebenfalls Parkflächen, wie auch am Pastor-Albers-Weg. An der Parkplatzsituation wurde nichtsdestoweniger vonseiten der Zuhörerschaft Kritik geäußert. Diese fließt in die weiteren Beratungen mit ein, versprach der Bürgermeister.

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