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Opferinitiativen: Fühlen uns "verhöhnt" von der Kirche

Die Aufarbeitung des Missbrauchs in der katholischen Kirche ging lange nur schleppend voran. Mittlerweile gibt Anerkennungszahlungen für Opfer – doch die meisten sind laut Initiativen unzureichend.

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Symbolfoto: dpa

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Mehrere Opferinitiativen haben der katholischen Kirche zum Auftakt der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Fulda einen "unsäglichen Umgang mit den Betroffenen sexuellen Missbrauchs in kirchlichen Einrichtungen" vorgeworfen.

Der von den Bischöfen vorgegebene Zahlungsrahmen der Anerkennungszahlungen bis 50.000 Euro sei schon "lächerlich niedrig", erklärten Vertreter des Aktionsbündnis Betroffeneninitiativen sowie der Giordano-Bruno-Stiftung am Montag in Fulda. Doch die konkreten Entscheidungen der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen "übertreffen unsere schlimmsten Befürchtungen bei weitem", hieß es.

Die Kommission reize selbst in Fällen des schweren, hundertfachen und sich über Jahre erstreckenden Missbrauchs nicht einmal den ihr zur Verfügung stehenden Rahmen aus, kritisierten die Initiativen. Auch ließen die Zahlungen der Kommission Transparenz und Systematik vermissen. "Im Ergebnis gleicht das Verfahren eher einem Glücksrad als einem fairen Verfahren. Wir Betroffenen fühlen uns verhöhnt und beleidigt." Und weiter: "Solange die Anerkennungsleistungen das Leid der Betroffenen nicht wenigstens ansatzweise widerspiegeln, werden die Verbrechen erneut bagatellisiert."

Beschluss sieht finanzielle Leistungen von bis zu 50.000 Euro vor

Seit Anfang des Jahres können Opfer von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche nach einer Neuregelung der Anerkennungszahlungen höhere Summen beantragen. Der Beschluss der deutschen Bischöfe vom September 2020 sieht finanzielle Leistungen von bis zu 50.000 Euro vor.

Bei einer Protestaktion wollten die Initiativen während der Herbstvollversammlung ihre Position verdeutlichen. Bis zum Abschluss der Versammlung am Donnerstag würden die Großplastik "Der Hängemattenbischof" sowie zwei weitere Kunstwerke in Fulda gezeigt, hieß es.

Die Organisatoren kritisierten auch die Entscheidungen von Papst Franziskus, die Rücktrittsangebote des Erzbischofs von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, und Hamburgs Erzbischof Stefan Heße nicht anzunehmen. "Das konsequenzlose Verhalten aus Rom, gegenüber schuldig gewordenen Verantwortungsträgern macht jede weitere Missbrauchsstudie überflüssig – in den Augen von Papst und Kirche sind die Betroffenen ohnehin nichts wert", so Jens Windel, Mitglied im Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz sowie Gründer der Betroffeneninitiative-Hildesheim.

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