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OM-Grüne Christ und Meyer haben gute Aussichten auf Einzug in den Landtag

Delegiertenversammlung in Hameln: Stephan Christ aus Cloppenburg und Tanja Meyer aus Lohne sind auf chancenreichen Plätzen der Grünen-Landesliste zur Landtagswahl am 9. Oktober.

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Entscheidung für die Landesliste: Die hybride Delegiertenversammlung  der Grünen in Hameln. Foto: dpa/Spata

Entscheidung für die Landesliste: Die hybride Delegiertenversammlung  der Grünen in Hameln. Foto: dpa/Spata

Gleich zwei Kandidaten der Grünen aus dem Oldenburger Münsterland haben gute Chancen auf einen Sitz im Landtag in Hannover nach der Landtagswahl am 9. Oktober. Stephan Christ aus Cloppenburg wurde am Samstag auf der hybriden Delegiertenversammlung der Grünen in Hameln auf Platz 16 der Landesliste gewählt. Tanja Meyer aus Lohne steht auf Platz 18. Beide Positionen gelten als aussichtsreich für ein Mandat.

„Ich freue mich über das Vertrauen, das die Delegierten mir entgegengebracht haben und dass das Oldenburger Münsterland höchstwahrscheinlich doppelt im Landtag vertreten sein wird“, sagte der 31-jährige Christ gegenüber OM-Online. Er ist zugleich Direktkandidat der Grünen im Wahlkreis 67 (Cloppenburg).

Für den Einzug von Christ ins Landesparlament dürfte ein Ergebnis von etwa 11 Prozent für seine Partei bei der Landtagswahl reichen. Nach einer aktuellen Umfrage liegen die Grünen derzeit bei 19 Prozent.

Mobilität im Fokus: Stephan Christ in Hameln. Foto: BrauersMobilität im Fokus: Stephan Christ in Hameln. Foto: Brauers

Christ hatte sich zunächst auf Platz 12 der Landesliste beworben. Er unterlag dem Gegenkandidaten und ging für Platz 14 ins Rennen. Hier hatte er wieder das Nachsehen, weil die Mehrheit der Delegierten Pascal Mennen ihre Stimme gab. Mennen, der für die Lüneburger Grünen antritt, ist in Vechta aufgewachsen. Christ setzte sich schließlich gegen zwei weitere Bewerber durch, als es um Platz 16 der Landesliste ging. Für die Entscheidung brauchte es zwei Wahlgänge.

„Ich hatte gute Gegenkandidaten“, sagte Christ, der sich aber mit seiner Platzierung zufrieden zeigte. Während seiner Vorstellungsrede hatte er drei Schwerpunkte herausgestellt: Mobilitätspolitik, seinen Einsatz für eine offene Gesellschaft sowie die Agrar- und Ernährungswirtschaft mit Fokus auf die Arbeitsbedingungen.

Christ will Zahl der Autos reduzieren

Der Bereich Verkehrspolitik habe für ihn Priorität, sagte Christ mit Blick auf die mögliche Ausschussarbeit im Landtag. Er tritt für einen Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ein, insbesondere im ländlichen Raum. Ziel müsse es sein, die Zahl der Autos zu reduzieren – und nicht nur auf umweltschonendere Antriebe umzustellen.

Wie sieht es mit dem für die Grünen sensiblen Thema Ämterkoppelung aus? Bleibt er Co-Vorsitzender des Kreisverbandes Cloppenburg von Bündnis 90/Die Grünen, wenn er ein Landtagsmandat wahrnehmen sollte? Das wisse er „noch nicht abschließend“, sagte Christ. Beides schließe sich aber gegenseitig nicht grundsätzlich aus. Im Mai gebe es Vorstandswahlen im Kreisverband.

Christ ist Kirchenmusiker und in Teilzeit Mitarbeiter des Landtagsabgeordneten Hans Joachim Jansen, der den Wahlkreis 66 (Cloppenburg-Nord) im Landtag vertritt und zugleich Co-Landesvorsitzender der Grünen ist.

Ich bin Feministin: Tanja Meyer während ihrer Bewerbungsrede. Foto: Brauers"Ich bin Feministin": Tanja Meyer während ihrer Bewerbungsrede. Foto: Brauers

„Mega“ sei ihre Stimmungslage, sagte Tanja Meyer aus Lohne gegenüber OM-Online über ihre Listenplatzierung. „Ich freue mich total, dass wir jetzt die Chance haben, noch bessere Strukturen in die Region holen. Das finde ich großartig“, erklärte Meyer. Damit sprach sie das Vorhaben der Grünen an, Regionalbüros einzurichten, damit Anliegen der Bürgerinnen und Bürger aus der Fläche in die Arbeit im Landtag direkt einfließen können.

Aus den Regionen heraus Politik zu machen, dafür hatte die 48-jährige Meyer auch in ihrer Bewerbungsrede vor den Delegierten geworben. Als weiteren politischen Schwerpunkt nannte sie den Wandel in der Landwirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit. „Ich will eine umfassende Transformation voranbringen“, hatte Meyer gesagt, die einen Doktortitel in Agrarwissenschaften hat.

Meyer: Chancengerechtigkeit ist Querschnittsaufgabe

Meyer ist von Beruf Gleichstellungsbeauftragte der Universität Vechta. „Ich bin Feministin“, betonte sie vor den Delegierten. Chancengerechtigkeit sieht sie als Querschnittsthema, als „Leitmotiv“, das in allen Politikbereichen zur Geltung kommen müsse, wie sie im Gespräch mit OM-Online sagte.

Als weiteren Schwerpunkt stellte sie den Bereich Wissenschafts- und Hochschulpolitik heraus. Sie tritt für eine bessere Finanzierung der Hochschulen und mehr Unterstützung für die Forschung ein. Wissenschaft sei wichtig für Lösungen zur Bewältigung von Krisen. Sie kritisierte vehement die Kürzungen von Geldern für Hochschulen. Die amtierende Landesregierung habe nicht verstanden, dass Wissenschaft und Bildung Schlüssel für die Herausforderungen der Zeit anbieten.

Meyer: "Grüne Politik im tiefschwarzen Vechta"

Für diese Themen „brenne sie“, sagte Meyer, die auch Direktkandidatin der Grünen im Wahlkreis 68 (Vechta) ist.  Sie mache „grüne Politik im tiefschwarzen Vechta“, berichtete Meyer auf der Delegiertenversammlung und sorgte mit diesem Satz für Heiterkeit: „Wir haben es geschafft, dass die CDU nur noch von 55 Prozent der Menschen gewählt wird.“

Meyer ist Fraktionsvorsitzende der Grünen im Vechtaer Kreistag. Sollte sie einen Sitz im Landtag erlangen, will sie den Fraktionsvorsitz abgeben, aber nicht das Mandat im Kreistag. Das stehe bereits fest, erklärte sie auf Anfrage. Meyers Listenplatz mit der Nummer 18 kommt zum Zuge, wenn die Grünen landesweit etwa 12 Prozent an Zustimmung erhalten.

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