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Öl-Embargo mit geringem Effekt

Thema: Das Öl-Embargo der EU – Für Putin ist der Verzicht der Europäischen Union auf den Import russischen Öls verkraftbar. Trotzdem ist der Schritt richtig.

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Es wäre so schön und so einfach: Die EU kauft Russland kein Öl mehr ab, Russland geht das Geld aus, deshalb muss Wladimir Putin den Krieg gegen die Ukraine so schnell wie möglich beenden. Aber so wird es nicht kommen. Putin kann sein Öl noch an genügend andere Abnehmer verkaufen.

In Indien beispielsweise laufen die ersten russischen Tanker bereits ein; andere, vor allem ärmere Länder mit Meerzugang werden folgen. Putin kann nämlich mit kräftigen Preisnachlässen locken, weil der Weltmarktpreis für Rohöl derzeit so hoch ist, dass Russland auch mit erheblichen Rabatten und geringeren Absatzmengen seinen Schnitt machen wird. Da ist der Ausfall der EU als bislang größter Kunde zwar schmerzhaft, aber zu verkraften. Zumal die russische Ölindustrie dank der langen Übergangsfristen, die sich die Union gesetzt hat, bis Jahresende Zeit hat, neue Abnehmer – für die der Krieg sehr viel weiter weg ist als für uns – zu finden.

Embargo als Vehikel für sekundäre Sanktionen

Trotzdem ist das Öl-Embargo richtig. Es demonstriert die weitgehende Geschlossenheit der EU sowie ihre Einigkeit mit den USA, die bereits seit einiger Zeit auf russisches Gas verzichten. Vor allem aber könnte es das Vehikel für sogenannte sekundäre Sanktionen sein – ein Instrument, das die USA schon öfter erfolgreich eingesetzt haben. Auf dieser Sanktionsliste würden all die landen, die russisches Öl transportieren, finanzieren oder lagern. Das dürften viele Akteure vermeiden wollen, dieser Schritt also könnte Russlands Öl-Geschäft, das 44 Prozent zum russischen Staatshaushalt beiträgt, dann doch empfindlich treffen.

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