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Ohne Kreisverkehr gibt es in Neuenkirchen-Vörden keine neuen Gewerbeflächen

Das Land macht Neuenkirchen-Vörden für dessen Planungen an der Landesstraße 76 Vorgaben. Das gefällt nicht jedem Ratsmitglied.

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Große Veränderungen: Am Vördener Ortsausgang in Richtung Autobahn plant die Gemeinde Gewerbeflächen.  Foto: Oevermann

Große Veränderungen: Am Vördener Ortsausgang in Richtung Autobahn plant die Gemeinde Gewerbeflächen.  Foto: Oevermann

Am Vördener Ortsausgang in Richtung Autobahn hat die Gemeinde Neuenkirchen-Vörden in den kommenden Jahren viel vor. Entlang der Lindenstraße, der Landesstraße (L) 76 beabsichtigt sie, neben dem neuen Vördener Feuerwehrhaus einen Supermarkt sowie Gewerbeansiedlungen zu ermöglichen. Der am Dienstag im Neuenkirchener Rathaus tagende Gemeinderat stimmte nach der Behandlung der eingegangenen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange einem zur Änderung des Flächennutzungsplanes einer erneuten Auslegung der Unterlagen zu.

Bauamtsleiter Jürgen Rolfsen präsentierte zudem erste grobe Details der beabsichtigten Planungen. Bislang ist das Gebiet entlang der viel befahrenen Lindenstraße als Wohngebiet ausgewiesen. Für Rolfsen eine „vertane Chance“, schließlich sei hier, aufgrund der starken Verkehrsbeeinträchtigungen, ein Wohngebiet kaum oder nur mit vielen verbundenen Einschränkungen möglich. „Gerade hier wollen wir Betriebe und Märkte für Dienstleistungen ermöglichen“, sagte Rolfsen.

Verwaltung will Ortseingang um einige 100 Meter verschieben

Gegenüber dem Aufstellungsbeschluss von Ende 2020 wurde der Geltungsbereich des Flächennutzungsplans nach Norden erweitert. Hintergrund dieser Erweiterung um ein weiteres Grundstück sind nach Worten Jürgen Rolfsens der Gemeinde vorliegende Gewerbeanfragen.

Außerdem möchte die Gemeindeverwaltung im Kontext ihrer Planungen die Ortseingangsgrenze einige 100 Meter verschieben, um Grundstückseinfahrten auf der viel befahrenen Landesstraße zu ermöglichen und die Bebauungsgrenze zur Straße hin verringern zu können.

Nach Angaben Rolfsens schreibt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hinsichtlich der Umsetzung der Planungen der Gemeinde die Errichtung eines Kreisverkehrs vor. Der soll sich im Bereich des neuen Ortseinganges befinden und dazu beitragen, die Geschwindigkeit der ortseinwärts fahrenden Pkw zu drosseln.

Zweifel des Landkreises seien mittlerweile ausgeräumt

Über die Kosten eines Kreisverkehrs konnte der Bauamtsleiter noch keine verlässlichen Angaben machen. Eine von den Ratsmitgliedern erhoffte Förderung seitens des Landes sei kaum realistisch, sagte er.

Sämtliche Ratsfraktionen äußerten sich positiv zu den Planungen der Gemeinde. Josef Schönfeld (IGNV) störte sich jedoch daran, dass sich der Landkreis Vechta in seiner Stellungnahme kritisch zu den Planungen der Kommune äußerte. Jürgen Rolfsen beschwichtigte, der Landkreis Vechta habe die beabsichtigte Zielsetzung der Gemeinde zum Zeitpunkt der Stellungnahme nicht gekannt. Etwaige Zweifel seien mittlerweile ausgeräumt.

Gewerbeansiedlung für große Unternehmen soll eingeschränkt werden

Der Hintergrund der Stellungnahme des Landkreises sei ein vermeintlicher Konflikt mit dem Raumordnungsprogramm, hieß es. Das Ziel des Regionalen Raumordnungsprogramms sei es, Gewerbe in Autobahnnähe anzusiedeln und nicht in Ortsnähe. Auch wenn das Gebiet entlang der Lindenstraße nun als Gewerbegebiet ausgewiesen werden soll, sollen dort keine großen Gewerbe- oder Logistikunternehmen angesiedelt werden. „Die gehören an die Autobahn“, stellte Rolfsen klar. Vielmehr soll heimischen Betrieben mit Kundenverkehr die Möglichkeit gegeben werden, sich in Ortsnähe erweitern zu können.

In der letztendlichen Bauplanung solle die Gewerbeansiedlung für größere Unternehmen in dem Bereich eingeschränkt werden. Mit einer Einordnung als Mischgebiet wären in dem Gebiet erhebliche Beschränkungen für Unternehmen verbunden, die auch eine Ansiedlung kleiner Betriebe erschwere. Vorsorglich sollen daher die Flächen entlang der Lindenstraße als Gewerbegebiet gekennzeichnet werden, sagte Rolfsen.

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